KOREA


Das Hausmädchen
Originaltitel: Hanyeo  (下女  /  하녀)
Produktion: Südkorea, 1960 (Schwarzweiss)
Korean Literature Films Co. Ltd. (Hanguk Munye Yeonghwa)/Kim Ki-Young Production
Regie: Ki-Young Kim.
Cast: Jin-Kyu Kim, Jeung-Nyeo Ju (Jeung-Ryu Ju), Eun-Shim Lee, Aeng-Ran Eom (Aing-Ran Um), Seon-Ae Ko, Seok-Je Kang, Sook-Rang Hwang, Sung-Kee Ahn (Sung-Ki Ahn), Yoo-Ri Lee (Yu-Ri Lee), Jeong-Hee Ok.
109 Minuten (NTSC/restaurierte Fassung 2008)
Dong-Sik Kim ist ein glücklich verheirateter Familienvater mit einer hart arbeitenden Ehefrau, einer älteren Tochter und einem jüngeren Sohn. Als Musiklehrer betreut er die Arbeiterinnen in einer Textilfabrik und erteilt ihnen Piano-Stunden. Die Arbeiterinnen Seon-Yeong Kwak und Kyung-Hee Cho schmuggeln ihm heimlich einen Liebesbrief ins Klavier, was fatale Folgen hat: Kwak wird suspendiert und nimmt sich kurz darauf das Leben; Miss Cho, die eigentlich in Mr. Kim verliebt ist, beginnt wenig später mit Privatlektionen in seinem Haus. Als Ms. Kim nach Hilfe im Haushalt verlangt, stellt Miss Cho ihre junge Bekannte Myung-Sook als Hausmädchen vor. Das aufmüpfige und laszive Hausmädchen verführt Mr. Kim schon nach kurzer Zeit und manövriert die Familie in eine gesellschaftliche Konstellation, die alle von ihnen erpressbar macht und die Zerstörung jeglichen Familienglücks für jeden von ihnen nach sich zieht. 
Der koreanische Film-Klassiker "The Housemaid" startete am 3. November 1960 in Südkorea in den Kinos. Die explosive Mischung aus Thriller, Melodrama und Horror mit klaustrophobischer, geladener Stimmung barg viel gesellschaftskritischen Zündstoff und bescherte dem erstaunlichen und für das damalige Publikum schockierenden Film seinerzeit grossen Erfolg, nichtsdestotrotz verschwand er danach wie praktisch alle älteren koreanischen Filme für Jahrzehnte völlig von der Bildfläche (eine internationale Vermarktung fand natürlich nicht statt). Während dieser Zeit war es auch in Südkorea nahezu unmöglich, den Film zu sehen. Erst 1982 soll eine unvollständige (zwei Rollen fehlten) Kopie des bis dahin verschollenen Films wiederentdeckt worden sein, 1990 schliesslich wurden die fehlenden zwei Rollen in Form eines Release-Prints gefunden. Bis zum Jahr 2008 sollte es schliesslich dauern, bis der Film unter grossem Aufwand restauriert worden war (u. a. finanziert von US-Regisseur Martin Scorsese). Der unglaubliche Regisseur Ki-Young Kim (keiner inszenierte Psycho-Terror auf der Leinwand so wie er) drehte selbst zwei als solche vermarktete Remakes von "The Housemaid", namentlich "The Woman of Fire"/"Hwanyeo"/"火女" (1971) und den noch mehr auf die Spitze getriebenen "The Woman of Fire '82"/"Hwanyeo 82"/"火女 82" (1982), sowie auch ein "inoffizielles" Remake namens "Chungnyeo" ("Die Insektenfrau"/"蟲女", 1972). Er starb 1998 bei einem Brand in seinem Haus — wenige Tage, bevor er zur weltweit ersten Retrospektive seines Filmschaffens in Berlin (Deutschland) reisen wollte. 2010 schliesslich inszenierte Regisseur Sang-Soo Im ein erotisches, modernes Remake gleichen Titels. Spezielle Erwähnung verdient die Darstellung der Schauspielerin Eun-Shim Lee als titelgebendes Hausmädchen: Sie war als "femme fatalederart brillant und überzeugend, dass sie danach kaum noch Arbeit fand. Heute (2014) gilt "The Housemaid" als einer der wichtigsten Filme der koreanischen Kinogeschichte und wurde vom "Koreanischen Filmarchiv" (zusammen mit zwei anderen Filmen) auf den ersten Platz einer Liste der besten 101 koreanischen Filme gehievt.



Yongary — Das Monster aus der Tiefe
Originaltitel: Taekoesu Yonggary  (大怪獣 용가리  /  대괴수 용가리)
Produktion: Südkorea/Japan, 1967 
(Farbe)
Kuk Dong Co. Ltd. (Keuk Dong Entertainment/Keukdong Heungup)/Tôei Company Ltd.
Regie: Kim Duke (Ki-Duk Kim) (& Yun-Sung Seo, Tea-Jen Cha).
Cast: Yeong-Il Oh, Jeong-Im Nam, Sun-Jae Lee, Moon Kang, Kwang-Ho Lee, Dong-Won Kim, Jeung-Ryu Ju, So-Min Seong.
80 Minuten (NTSC/restaurierte Fassung)
Nach einer Erdbebenwelle in Korea wühlt sich ein saurier-artiges Urzeitwesen an die Oberfläche und marschiert in Richtung der koreanischen Kapitale Seoul. Man nennt es nach einer alten Legende "Yongary". Ein Wissenschaftler sowie der Oberbefehlshaber des Militärs versuchen, der Bedrohung Herr zu werden.
Der dritte Monsterfilm aus Südkorea nach "The Iron-Eating Monster" ("Pulgasari", 1962) und "Space Monster Wangmagwi" (1967) war mehr noch als die ersten beiden ein Versuch, die japanischen "Godzilla"-Erfolge zu wiederholen. Diesmal gelang es denn der Produktionsfirma Kuk Dong Co., Ltd. auch tatsächlich, den Film ins Ausland zu verkaufen — unter anderem, weil damals sämtliche Prints des Films nach Übersee verschifft wurden, ist die koreanische Fassung des Films heute nicht im "Korean Film Archive" (KOFA) gelagert und bis auf eine ca. 48-minütige noch existente Sequenz verschollen. Dass der Film heute dennoch (wieder) in höchstwahrscheinlich kompletter Fassung zu sehen ist, ist dem Archiv von "American-International-Pictures (AIP)" in den USA zu verdanken, mit Hilfe dessen Materials er in den USA im 2.35:1-Cinemascope-Breitleinwandformat abgetastet und für eine DVD-Veröffentlichung aufbereitet wurde. Stark gekürzt ist die deutsche Fassung, die ihrerzeit auch als "Godzillas Todespranke" und "Godzilla — Monster des Schreckens" vermarktet wurde (erst für eine von zahlreichen deutschen DVD-Veröffentlichungen des Films wurden diese unsinnigen Titel korrigiert) — obwohl Yongary seinem berühmten japanischen Vorbild nicht zuletzt optisch durchaus gleicht, hat er natürlich nichts weiter mit ihm gemein. Mit Produktionskosten von 13 Millionen Won (was damals — 1967 — ca. US-$ 50'980 entsprach) war der Film eine Grossproduktion, die das drei- bis vierfache eines "normalen" koreanischen Films verschlang.




One Thousand Years Old Fox
Originaltitel: Cheonnyeon ho  (千年狐  /  천년호)
Produktion: Südkorea, 1969 
(Farbe)
Shin Films Co. Ltd.
Regie: Sang-Ok Shin.
Cast: Yeong-Gyun Shin, Ji-Su Kim, Hye-Jeong Kim, Gye-Shik Kang, Bang-Yeol Ji.
89 Minuten (NTSC)
Das Königreich Shilla im Mittelalter: Ein General kehrt siegreich aus dem Krieg zurück, worauf sich die Königin in ihn verliebt. Aus Eifersucht verweist sie die Frau des Generals ohne dessen Wissen des Landes. Diese kommt dabei ums Leben und kehrt, besessen von einem rachesüchtigen Fuchsgeist, wieder ins Diesseits zurück, um blutige Rache zu üben. 
Die seltene Gelegenheit, einen Blick auf einen koreanischen Fantasy-/Horrorfilm der 1960er Jahre zu werfen, von denen es viele gab, doch kaum welche den Weg auf digitale Trägermedien finden, eröffnet sich mit diesem Genre-Vertreter des Regisseurs Sang-Ok Shin. Der Film dient denn auch als gutes Beispiel dafür, wie wichtig eine Restaurierung und Digitalisierung des filmischen Erbes Südkoreas wäre. Mit der Restaurierung des Films für die DVD-Veröffentlichung hätte man sich allerdings wünschenswerterweise mehr Mühe geben sollen. 2003 wurde der Film von Regisseur Gwang-Hun Lee ("Ghost in Love"/"Jagwimo", 1998) opulent und gelungen neu verfilmt als "Legend of the Evil Lake — Der Fluch des dunklen Sees".



Ghost Story of Chosun Dynasty
Originaltitel: Ijo goedam  (李朝怪談  /  이조괴담)
Produktion: Südkorea/Hongkong, 1970 
(Farbe)
Shin A Films Co. Ltd. (Peninsula Film Corporation)/Universal Film Co. Ltd. (HK)
Regie: Sang-Ok Shin.
Cast: Su-Hyeon Jo, Ji-Suk Choe, Young-Ju Jeon, Gang-Hui Lee, Gwang-Ho Choe, Ki-Young Lee, In-Suk Choe, So-Ra Yun, Seong-Hui Gang, Nam-Hui Lee, Bu-Yang Park, Shook Jeon, Dong-Ok Sin, Jong-Cheol Lee.
82 Minuten (NTSC)
Korea zur Zeit der Chosun-Ära (das Königreich von Gross-Chosun dauerte von 1392 bis 1897): Pil-U Yun wird als Verräter gebrandmarkt und hingerichtet. Nachdem der Prinz Yeonsan-Gun dessen Frau Ya-Hwa belästigt, begeht diese Selbstmord, nicht jedoch, ohne ihre Seele in eine Katze zu transferieren. Alsbald gehen die Geister von Pil-U und Ya-Hwa am Hof um, und die Mitglieder der Palastwache beissen reihenweise ins Gras.
Regisseur Sang-Ok Shin, einer der wichtigsten Filmschaffenden der koreanischen Kino-Geschichte, der später nach Nordkorea entführt wurde, wo er unter anderem am Monsterfilm "Pulgasari" (1985) mitarbeitete, liess in dieser für damals stattliche 14 Millionen Won gedrehten Shin-A-Films Co.-Ltd.-/Universal-Film-Co.-Ltd.-(HK)-Produktion die berüchtigte Geisterkatze auf sein Publikum los. "Ijo goedam" erinnert dabei oft an "One Thousand Years Old Fox" ("Cheonnyeon ho"), den Shin ein Jahr zuvor teils an denselben Schauplätzen abdrehte (jener Film wurde 2003 neu verfilmt als "Legend of the Evil Lake — Der Fluch des dunklen Sees"). "Ghost Story of Chosun Dynasty", auch "A Ghost Story of Joseon Dynasty", ist ein klassischer, blutiger Geister-Horrorfilm aus Südkorea. Es bleibt zu hoffen, dass das Koreanische Filmarchiv (KOFA), welches die einzigen Prints des Films hält, sich dereinst einmal zu einer regulären DVD dieses Films, und vieler damit vergleichbarer Titel, hinreissen lässt.




My Sister's Regrets
Originaltitel: Nuna-ui han  (누나의 恨  /  누나의 한)
Produktion: Südkorea, 1971 
(Farbe)
Shin Chang Enterprises Co. Ltd.
Regie: Yu-Seop Lee.
Cast: Ji-Su Kim, Jeong-Hun Kim, Geum-Bong Do, Jang-Kang Heo, Sok-Yang Choo, Deok-Seong Jo.
73 Minuten (NTSC)
Der Vater der jungen Dal-Rae wird von seiner heimtückischen Konkubine Seo-Mo vergiftet. Ein ähnliches Schicksal plant Seo-Mo auch für Dal-Rae und ihren kleinen Bruder, Do-Seon. Während die Mordanschläge ihres Handlangers auf letzteren scheitern, gelingt es Seo-Mo, Dal-Rae aus dem Weg zu schaffen. Doch ihr Geist kehrt an den Ort des Geschehens zurück und beschützt Do-Seon nach Kräften. Unterdessen hat Dal-Raes zweiter Bruder Do-Wun, der in einem Tempel studierte, seine Prüfung bestanden und macht sich auf, den beiden zu helfen. 
Ein klassischer koreanischer Geister-Horrorfilm aus alten Zeiten mit bösen Konkubinen, baufälligen Tempeln, düsteren Wäldern und hämisch lachender Geisterfrau auf Rache-Mission. Der stark mitgenommene VHS-Print, bei dem wohl einiges auf der Strecke blieb (Filmrisse?), lässt noch immer ansatzweise durchscheinen, dass dieser Film dereinst einmal richtig gut ausgesehen haben muss. Horror-Spezialist Yu-Seop Lee ("Jang-Hwa and Hong-Ryeon: A Story of Two Sisters"/"장화홍련전", 1972; "A Woman with Grudge"/"恨女", 1981) bediente sich aller Zutaten, die notwendig sind, um eine stimmungsvolle Geistergeschichte zu erzählen.



The Woman of Fire
Originaltitel: Hwanyeo  (火女  /  화녀)
Produktion: Südkorea, 1971 
(Farbe)
Woo-Jin Films
Regie: Ki-Young Kim.
Cast: Kung-Won Nam, Gye-Hyeon Jeon, Yeo-Jeong Yoon, Moo-Ryong Choi, Ju-Mi Kim, Yeong-A O, Baek Hwang, Seok-Yang Chu, Hoon Lee, Ji-Yeon Lee.
89 Minuten (NTSC/VHS-Fassung)
Nahe einer Hühnerfarm werden zwei Leichen gefunden: Die Körper gehören Dong-Sik, einem Mann aus dem Mittelstand, und Myeong-Ja, einer jungen Frau. Was ist geschehen? Myeong-Ja und Hye-Suk, zwei junge Frauen vom Land, kommen in die Grossstadt Seoul, um ihre Lebensträume zu verwirklichen. Während Hye-Suk Sängerin werden möchte, ihre Karriere jedoch als Barmaid starten muss, wird Myeong-Ja Hausmädchen bei einer wohlhabenden Familie. Als sie sich eines Nachts mit dem von Alkohol benebelten Ehemann Dong-Sik einlässt, wird sie von ihm schwanger. Die Familie, insbesondere Ehefrau Jeong-Suk, zwingt sie zu einer Abtreibung. Myeong-Ja jedoch beschliesst, Jeong-Suk den Ehemann abspenstig zu machen. Und der Preis für ihr Schweigen ist hoch. So hoch, dass Blut fliessen wird...
Der Film "Das Hausmädchen" ("The Housemaid"/"Hanyeo", 1960) gilt heute als eines der wichtigsten Werke koreanischen Filmschaffens. Seine Handlung liess den Regisseur Ki-Young Kim nie mehr los: Er drehte selbst nicht eines, sondern zwei Remakes seines eigenen Erfolgsfilms: "The Woman of Fire" (1971) und "The Woman of Fire ’82" (1982). Im Gegensatz zum Original ist dieses erste Remake in Farbe, ansonsten gleichen sich die beiden Filme sehr. Ein böse Neuverfilmung eines bereits bösen Originals, mit fast schon "argento-esken" Bildmontagen und Farbmetaphorismen (von denen im Vollbild-VHS-Print leider nicht allzu viel übrig bleibt). Für die alte koreanische Verleih-Videofassung musste ein französisch (!) untertitelter Festival-Print verwendet werden, was die Seltenheit von Originalmaterial hierzu zu unterstreichen scheint — offenbar war schlicht kein Print ohne eingebrannte Untertitel mehr vorhanden.



Jang-Hwa and Hong-Ryeon: A Story of Two Sisters
Originaltitel: Janghwa Heungryeon jeon  (장화홍련전)
Produktion: Südkorea, 1972 
(Farbe)
Taechang Productions
Regie: Yu-Seop Lee.
Cast: Yeong-Ok Lee, Jang-Kang Heo, In-Ja Yun, Ji-Woon Lim, Seong-Mok Kim, Dae-Ro Lee, Dong-Hyeon Shin, Hyeok-Su Kim, Hye-Kyeong Song, Han-Heon Jeong.
93 Minuten (NTSC)
Während der Chosun-Zeit leben zwei junge Schwestern, Jang-Hwa und Hong-Ryeon, zusammen mit ihrem Vater und ihrer Stiefmutter. Doch die beiden sind der Stiefmutter Heo ein Dorn im Auge, denn diese hat es auf das Vermögen der Familie abgesehen. Darum nutzt sie ihren geistig zurückgebliebenen Sohn Jang-Soe aus, um den beiden Schwestern (und rechtmässigen Erben) zu schaden. Jang-Hwa begeht aus Scham Selbstmord, indem sie sich von einem Felsen in einen Fluss stürzt. Ihre jüngere Schwester Hong-Ryeon folgt ihr kurz darauf. Doch die beiden Frauen können nicht ruhen, bevor der Gerechtigkeit Genüge getan ist: Als Geister erscheinen sie ihrem Vater, der erst jetzt die wahren Umstände, die zum Tod seiner Töchter führten, begreift, sowie dem Chef des Distrikts. Dieser lässt die Missetäterin und einen Gehilfen nach einem nicht ganz geglückten Mordversuch an Vater Bae festnehmen.
Eine ältere Film-Version derselben Geschichte, die auch Ji-Woon Kims "A Tale of Two Sisters — Der Fluch der 2 Schwestern"/"Janghwa, Hongryeon" aus dem Jahr 2003, einem der erfolgreichsten koreanischen Horrorfilme der letzten Jahre, zugrunde lag. Weitere Verfilmungen der Geschichte gehen zurück bis auf das Jahr 1924 (!), als Regisseur Yeong-Hwan Kim "The Story of Jang-Hwa and Hong-Ryeon" ("Janghwa Hongryeon jeon", Stummfilm) drehte. 1936 folgte "Story of Jang-Hwa and Hong-Ryeon" ("Janghwa Hongreyon jeon"; Regie: Gae-Myeong Hong; Stummfilm), in den Jahren 1956 respektive 1962 drehte der Regisseur Chang-Hwa Jeong "The Story of Jang-Hwa and Heung-Ryeon" ("Janghwa Heungryeon jeon") sowie "The Great Story of Jang-Hwa and Hong-Ryeon" ("Dae Jang-Hwa Hong-Ryeon jeon"). Zumindest die beiden Filme aus der Vorkriegszeit sind leider lange verschollen. Die Verfilmung von Horror-Spezialist Yu-Seop Lee ("My Sister's Regrets", 1971; "A Woman with Grudge", 1981) war wahrscheinlich die erste Version in Farbe. Sie wartet auf mit einem durchweg hohen Tempo und atmosphärischen Bildern, Blitzschlag und Tiger-Attacken inklusive. Machart und Szenerie gleichen stark Lees früherem Film "Nuna-ui han" ("My Sister's Regrets").




Die Insektenfrau
Originaltitel: Chungnyeo  (蟲女  /  충녀)
Produktion: Südkorea, 1972 
(Farbe)
Han Rim Films Co. Ltd. (Hanrim Films)
Regie: Ki-Young Kim.
Cast: Yeo-Jeong Yoon, Gye-Hyeon Jeon, Kung-Won Nam, Ju-Mi Kim, In-Chan Park, Dae-Keun Lee, Ho-Jeong Kim, Jong-Seop Sin, Baek Hwang, Am Park.
115 Minuten (NTSC)
In einer tristen koreanischen Grossstadt (Seoul?), 1972: Nachdem ihr Vater gestorben ist, wird eine junge Frau von ihrer Mutter losgeschickt, als Barmaid zu arbeiten, um den Lebensunterhalt der Familie zu verdienen und das Studium des Bruders zu finanzieren. Nachdem sie von einem Kunden erst misshandelt wird, dreht sie den Spiess um und beschliesst, als seine Geliebte in sein Leben zu treten. Zwischen der dominanten Ehefrau und der 19-jährigen Geliebten entwickelt sich ein Psycho-Duell, das in einen blutigen Krieg ausartet.
Die viel zu seltene Gelegenheit, einen älteren südkoreanischen Genre-Film zu begutachten, ergab sich mit diesem Werk von einem der bedeutendsten Filmschaffenden der koreanischen Kinogeschichte und Meister des Psycho-Thrillers, Ki-Young Kim. Diesen Film, seine Aussage(n) und seine Figuren sowie deren Motive zu analysieren würde den Rahmen dieses Blogs sprengen, doch Kim schaffte es, mit "The Insect Woman" einen Film zu drehen, der gleichermassen als psychologischer Horrorfilm wie als gesellschaftskritisches Drama funktioniert. Grundsätzlich ist auch dieser Film ein Remake von Kims wohl bestem, dem enorm einflussreichen Genre-Klassiker und Meilenstein des koreanischen Kinos "Das Hausmädchen" ("The Housemaid"/"Hanyeo") von 1960. Kein Regisseur inszeniert Psycho-Terror wie Ki-Young Kim, und obwohl er es hier noch nicht derart extrem auf die Spitze treibt wie in seinem zweiten (offiziellen) "Housemaid"-Remake "The Woman of Fire '82", so ist auch dieser Streifen nichts für schwache Nerven.




Resentment of Daughter-in-Law
Originaltitel: Myeoneuli-ui han  (며느리의 恨  /  며느리의 한)
Produktion: Südkorea, 1972 
(Farbe)
Dae Young Films
Regie: Yun-Kyo Park.
Cast: Won-Mun Kim, Hyang-A Kim, Jeong-Ok Ra, Il-Sub Paek, Seong-Po Im, Yeong-Ho Lee, Tae-Jin Lee, Min-Su Kim, Dae-Gyeon Jo, Tae-Seon Im, Mi-Ya Sa, Mi-Ra Yoon.
88 Minuten (NTSC)

Bei einer Wanderung über einen Berg werden Mun-Su und Yeon-Yeon, ein frisch verheiratetes Paar, samt ihrer Entourage von Banditen überfallen. Sie lassen Mun-Su ziehen, doch der Anführer nimmt dessen Angetraute Yeon-Yeon mit zu seinem Haus, wo er sie vergewaltigen will. Sie beisst sich jedoch die Zunge ab und stirbt, bevor es so weit kommt. Mun-Su findet unterdessen ein verlassenes Gebäude, in dem er Bekanntschaft mit Yeon-Yeons Geist macht, der ihn für seine Feigheit in den Tod treibt... Der vornehme Gelehrte Mr. Kim trifft im Wald auf die junge Kong-Nyeo, die ihn mit ihrem Charme bezirzt. Er nimmt sie zur Konkubine, was seine Ehefrau, die zu Kims Missfallen bislang nicht dazu in der Lage war, ihm ein Kind zu gebären, zu rasender Eifersucht treibt. Sie sperrt die schwangere Kong-Nyeo in einen Schuppen und gibt vor ihrem Mann deren Kind für ihr eigenes aus. Kong-Nyeo kann entkommen, doch stirbt sie dabei völlig entkräftet im Hof. Ihre Leiche wird in einem Brunnen "entsorgt". Doch ihren nach Rache dürstenden Geist werden Ms. Kim und ihre Helfer nicht so schnell los.
Ein episodenhaft erzählter Geister-Gruselfilm, dessen Rahmenhandlung vor der ersten Geschichte beginnt und schliesslich die zweite Filmhälfte ausmacht. In welchem Kontext zur Rahmenhandlung die erste Geschichte steht, war aufgrund der Sprachbarriere (dieser Film lag nur in koreanischer Sprache ohne Untertitel vor) vorerst leider nicht zu eruieren. Den Verständnis-Schwierigkeiten zum Trotz ist "Resentment of Daughter-in-Law" (übersetzt in etwa "Groll der Schwiegertochter") superb atmosphärischer Geister-Spuk des koreanischen Horror-Fachmanns Yun-Kyo Park, der ab den späten 1960er bis in die 1980er Jahre zahlreiche Genrefilme mit Titeln wie "A Girl of White Hair" (1967), "Witch Castle" (1968), "Ok-Nyeo's Resentment" (1972), "Grudge" (1976), "Wedding Dress of the Ghost" (1981), "Two Women from the Nether World" (1982) oder "Thousand Year Old Wolf" (1983), um nur einige davon zu nennen, inszenierte. Düstere Berg- und Wald-Szenerien, koreanische Tempel, Skelett-Hände, die archetypische Geisterfrau mit langen schwarzen Haaren, Blitz und Donner: Sets und Locations für die Aussenaufnahmen sind hier äusserst stimmig gewählt und erbringen den Beweis, dass koreanische Horrorfilme neueren Datums auch dieses Rad keineswegs neu erfinden. Der gesehene Print hatte keinen Vorspann; wie fast alle älteren koreanischen (Horror-)Filme wurde auch dieser garantiert nie ausserhalb von Südkorea gezeigt und ist ausschliesslich auf rarsten koreanischen VHS-Videokassetten aus den 1980er Jahren zu finden.



A Resented Woman
Originaltitel: Wonnyeo  (怨女  /  원녀)
Produktion: Südkorea, 1973 (Farbe)
Anyang Films
Regie: Yu-Seop Lee.
Cast: Yeong-Il Sin, Do-Hee Jin, Mu-Yeong Kim, Mi-Ri Nam, Hyeok Chang, Ju-A Park, Kye-Shik Kang, Cheol Lee, Ki-Bum Kim, Chun-Hui Yang.
90 Minuten (NTSC)
Im Korea der Chosun-Ära hält ein korrupter und tyrannischer Gemeindeoberster aufgrund einer falschen, von ihm selbst fabrizierten Anklage den Vater des jungen Jeong gefangen und lässt ihn foltern, weil er das Vermögen der Familie begehrt. Gleichzeitig versucht der Geist des Kindermädchens der jung und unverheiratet verstorbenen Bo-Yeong, eine "Seelenheirat" mit ihrem Geliebten Jeong zu arrangieren, damit Bo-Yeongs Geist der Eintritt ins Jenseits möglich wird. Die beiden Geisterfrauen werden zu einer Bedrohung für die Machenschaften des Gemeindeobersten, der einen verrückten Taoisten anheuert, um sie loszuwerden.
"A Resented Woman" (wörtlich: "eine zurückgesandte Frau"; auch bekannt als "A Resentful Woman" oder koreanisch "Wonnyeo") entstand 1973 unter der Regie des Horrorfilm-Spezialisten Yu-Seop Lee ("My Sister's Regrets", 1971; "Jang-Hwa and Hong-Ryeon: A Story of Two Sisters", 1972; "A Woman with Grudge", 1981) und wurde von keinem Geringeren als dem koreanischen Kino-Veteran Sang-Ok Shin ("One Thousand Years Old Fox", 1969) produziert. Obwohl wie praktisch alle koreanischen Filme dieses Alters heutzutage nurmehr auf einer raren koreanischen VHS-Veröffentlichung aus den späten 1980er Jahren zu sehen, ist dies ein Highlight in Lees Schaffen, das mit einer klassischen Geistergeschichte in prächtigen Kostümen und atmosphärischen Sets, gewürzt mit einem Schuss Blut und Erotik, aufwartet und den besseren Filmen Shins in nichts nachsteht. Ein Höhepunkt ist eine Szene, in der einer der Schergen des Gemeindeobersten mit seinem Schwert dem Geist des Kindermädchens einen Arm abschlägt, nur um anschliessend vom blutigen Armstumpf erwürgt zu werden. Genau so und nicht anders sollte ein klassischer asiatischer Geisterfilm aussehen.



A Woman with Half Soul
Originaltitel: Banhonnyeo  (返魂女  /  반혼녀)  /  Yan nu huan hun  (艷女還魂)
Produktion: Südkorea/Hongkong, 1973 (Farbe)
Shin Films Co. Ltd./Shaw Brothers Co. Ltd.
Regie: Sang-Ok Shin.
Cast: Ching Li, Seung-Yong Lee, Mu-Yeong Kim, Young Joo, Seon-Ae Ko, Ki-Ju Kim, Hwang-Ja Lee, Chan-Il Sin, Bong-Jin Jin, Seung-Il Lee.
89 Minuten (NTSC/koreanische Fassung)/88 Minuten (PAL/chinesische Fassung)/
92 Minuten (NTSC/chinesische Fassung)
Korea, kurz vor dem Ende der Chosun-Ära: Han, Chef der Provinz-Ordonnanz, besucht seinen ehemaligen Diener Jang-Soe. Auf dem Weg zu seiner Frau Yeon-Hwa und ihrer Familie wurden ihm 1'000 Yang gestohlen. Han weiss nicht, dass er mit einem Geist verheiratet ist — Yeon-Hwa und ihre Mutter (?) sind schon lange tot. Seine Liebesnächte mit der Geisterfrau in einer Pagode tief im Wald zehren sichtlich an Hans Gesundheit und Lebenskraft. Als Jang-Soe und seine Frau herausfinden, was vor sich geht, wollen sie die unheilige Liaison beenden und konsultieren einen Taoisten, der ein Exorzismus-Ritual an Yeon-Hwa vornehmen soll. Der Plan schlägt zwar fehl, doch Han kommt zur Besinnung. Er einigt sich mit Yeon-Hwa auf eine letzte gemeinsame Nacht, die es ihr ermöglicht, in Frieden (und nicht als ruheloser Rache-Geist) ins Jenseits zu gehen.
Der äusserst atmosphärische Geister-Horrorfilm "Banhonnyeo" des koreanischen Kino-Grossmeisters Sang-Ok Shin erzählt eine koreanische Variante von der japanischen Geschichte einer "Braut aus dem Jenseits", Otsuyu, auch geläufig als "Die Geistergeschichte von Pfingstrosen und steinernen Laternen" — in Japan seit der Stummfilmzeit unzählige Male als "Botan dôrô" ("牡丹燈籠") verfilmt, wobei die früheste Filmversion auf das Jahr 1910 zurückgehen dürfte und 1968 mit Satsuo Yamamotos Film des "Daiei"-Filmstudios "The Bride from Hell" ("Botan dôrô") eine aufwendige Neuverfilmung entstand. "Banhonnyeo" ist vielleicht der beste aller Geister-Horrorfilme Sang-Ok Shins (gewiss, eine gewagte Vermutung angesichts diverser weiterer vergleichbarer und schwer- bis unzugänglicher Filme), auf jeden Fall machte Shin hier wirklich (fast) alles richtig: Die nächtlichen Wälder, Friedhöfe, alten koreanischen Häuser, die opulent gestalteten Sets und die prächtigen Kostüme machen dies zu einem Vorzeige-Film seiner Ära und seines Genres. Das "Korean Film Archive" (KOFA) hält noch drei 35-mm-Prints dieses Films, daneben gibt es eine (äusserst seltene) koreanische VHS-Veröffentlichung aus dem Jahr 1987 vom Label "Sam Boo Videogram". In Hongkong lief der Film einige Monate nach der koreanischen Premiere im Verleih der Shaw Bros. als "The Ghost Lovers" an. Darsteller Seung-Yong Lee wurde dabei durch den in Hongkong bekannteren Wei-Tu Lin ersetzt. Szenen, welche seine Figur involvieren, wurden deshalb doppelt gedreht.




Spirits
Originaltitel: Neogs  (넋)
Produktion: Südkorea, 1973 
(Farbe)
Woo Sung Enterprises Co. Ltd. (Woosung Productions)
Regie: Cheol-Hwi Kwon.
Cast: Suk Shin, Yang-Ha Yoon, Kyoung-Hee Lee, Bong Choe, Su-Il Bang, Hyeok Chang, Ki-Young Lee, Jeong-Kuk Jang, Bu-Yang Park, Hun-Eon Jang.
81 Minuten (NTSC)
Korea, irgendwann in mittelalterlicher Zeit. Die Geister zweier Frauen töten vier Gefolgsmänner des wohlhabenden und einflussreichen Herrn Rang-Son. Der sendet diverse seiner Leute, unter anderem Chun-Sam, um dem Töten Einhalt zu gebieten. Die beiden Geisterfrauen jedoch sind Chun-Sams tote Ehefrau und seine Mutter. Gegen den Willen ihrer Schwiegermutter kehrt die Geister-Ehefrau für eine Nacht zu ihrem lebenden Mann zurück und offenbart ihm, wie sie ums Leben kamen. Als Chun-Sam eines Nachts von Soldaten abgeholt wurde, drangen Banditen unter der Führung von Rang-Son in ihr Haus ein, um Nahrungsmittel zu stehlen und die beiden Frauen zu vergewaltigen und ermorden. Nun schlägt die Stunde der Vergeltung — die beiden Rache-Geister befreien den mittlerweile eingesperrten Chun-Sam und dieser tötet Rang-Son nach einem Kampf mit dessen verbliebenen Schergen. Mit letzter Kraft baut er Ehefrau und Mutter ein Grab.
Ein weiteres Glanzlicht klassischen koreanischen Geisterhorrors, das wohlige Spuk-Atmosphäre fast aus jedem einzelnen Frame verströmt. Der überraschend blutige Film (abgetrennte Hand, enthaupteter Soldat, blutige Schwertkämpfe) weist zudem viele Aussenaufnahmen und prächtige Kostüme, Kulissen und Bauten auf. Ein Highlight sind die zwar spärlichen, doch effektiven Szenen mit den fliegenden Geisterfrauen. Regisseur Cheol-Hwi Kwon drehte 1967 bereits den grossartigen und gut vergleichbaren "A Public Cemetery of Wol-Ha" ("Wolha-ui gongdongmyoji"), dessen ungewöhnliche Geister-Sequenz zu Beginn des Films Kwon im Vorspann des noch obskureren "Spirits" ("Neogs") in ähnlicher Form erneut zeigte. Ein weiterer Film, der im koreanischen Filmarchiv (es hält noch zwei 35-mm-Kopien) bzw. auf der raren, auch in Korea kaum noch auffindbaren VHS-Veröffentlichung von 1988 (selbstverständlich die einzige Veröffentlichung, die es je gab) ungesehen Staub ansetzt.



A Horrible Double-Faced Man
Originaltitel: Gongpo-ui ijung-ingan  (恐怖의 二重人間  /  공포의 이중인간)
Produktion: Südkorea, 1974 (Farbe)
Shin Films Co. Ltd.
Regie: Yong-Min Lee.
Cast: 
Yea-Chun Lee, Ok-Jin Kim, Bong-Jin Jin, Duk-Hwa Lee.
68 Minuten (NTSC)
Die Gehilfen des koreanischen Arztes und Forschers Dr. Jeong "entsorgen" in einer stürmischen Nacht in einem Waldstück die Leiche einer jungen Frau. In einem Experiment mit einer von ihm in seiner abgelegenen Privatklinik gebauten Maschinerie versuchte Jeong zuvor, die Seele eines dem Tode nahestehenden Menschen in den lebendigen Körper der Frau zu transferieren. Trotz des vermeintlichen Fehlschlags sieht sich Jeong damit in der Lage, sein eigentliches Ziel anzuvisieren: Mit seinem Gehilfen Il-Su gräbt er auf dem Berg Odae die mumifizierte Leiche des japanischen Soldaten Ono aus, der zu Kriegszeiten in China wertvolle Diamanten veruntreute und kurz vor seinem Tod sah, wo diese versteckt wurden. Dr. Jeong will Onos Seele in einen anderen Körper transferieren und von ihr erfahren, wo das Versteck der Diamanten liegt. Das Experiment gelingt, doch damit erschafft Jeong einen "doppelgesichtigen" Mann, dessen Körper und Seele voneinander getrennt existieren. Dr. Jeongs vormalige "Schöpfung" ist derweil keineswegs tot, sondern findet in der Gestalt der jungen Frau zurück zu ihrer Familie, von der Jeong sie entführt hatte, wo sie jedoch alle erschreckt, weil sie nun die Seele und Stimme eines männlichen Kriminellen hat. Sie kehrt zu Dr. Jeongs Laboratorium zurück, um sich zu rächen.
Ein rarer und bizarrer Horrorfilm des südkoreanischen Regisseurs Yong-Min Lee, einem der Pioniere des Horror-Genres in der Kinolandschaft des Landes nach dem zweiten Weltkrieg. Er inszenierte 1961 respektive 1963 mit den heute leider komplett verschollenen "A Bad Flower" (auch bekannt als "The Bad Flower" oder "Ag-ui kkoch") und "A Bridegroom from a Grave" ("Mudeom-eseo na-on sinlang") zwei der meistgesuchten koreanischen Genre-Filme überhaupt; des Weiteren gehen erstaunliche südkoreanische Horror-Frühwerke wie die noch erhaltenen, doch weiterhin schwer zugänglichen "A Devilish Homicide" ("Sal-inma", 1965) oder "A Beauty Without Neck" ("Mog-eobsneun minyeo", 1966) auf sein Konto. Beim vorliegenden Film "A Horrible Double-Faced Man", auch bekannt als "The Man with Two Faces", für den er auch das Drehbuch schrieb, bediente Lee sich bei im Westen populären "Frankenstein"-Motiven und Kulissen, wie man sie zu der Zeit vor allem in britischen und italienischen Filmen häufig zu sehen bekam. Die beim Austausch über den Körpern schwebende menschliche Seele, die von einem grossen Auge mit Schweif dargestellt wird, erinnert an den englischen Horrorfilm "Asphyx" ("The Asphyx", 1972) des Regisseurs Peter Newbrook. Ein atmosphärischer und morbider Film eines beachtenswerten und unterschätzten Filmemachers. Der vorliegende, aus dem "Koreanischen Filmarchiv" (KOFA) geleakte Print des Films zeugt von bereits stark beschädigtem Filmmaterial, welches weiterhin nur im KOFA zugänglich ist. Nach seiner Kinoauswertung in Südkorea erfuhr der Film keinerlei weitere Veröffentlichung.



A Remodelled Beauty
Originaltitel: Jeonghyeong mi-in  (定形美人  /  정형미인)
Produktion: Südkorea, 1975 (Farbe)
Yeonbang Movies
Regie: Il-Ho Jang.
Cast: Ji-In Yu, Ok-Jin Kim, Jin-Su Kim, Am Park, Jin-A Jeong, Nak-Hoon Lee, Sung-Kwan Choe, Yun-Suk Kim, Hyeon-Hui Maeng, Jeong-Hwa Lee.
63 Minuten (NTSC)
Die Frau des Geburtshelfers Dong-Kuk Jeon bringt ein Mädchen mit Fangzähnen und dem Gesicht einer Katze zur Welt. Davon entsetzt, tauscht er sein eigenes Kind gegen ein anderes Neugeborenes aus. 19 Jahre später kehrt Dong-Kuk aus dem Ausland rechtzeitig nach Südkorea zurück, um dort den Geburtstag seiner (Adoptiv-)Tochter zu feiern. Seine richtige Tochter, die Katzenfrau Yun-Ok, sieht ihn im Fernsehen und sucht ihn zuhause auf, wo sie ihn zwingt, ihr in einer chirurgischen Operation das Gesicht seiner Adoptiv-Tochter zu transplantieren. Denn Yun-Ok will ein Mensch sein und ihren rechtmässigen Platz in ihrer Familie einnehmen. Gleichzeitig verwandelt sich das Gesicht der Adoptivtochter So-Young zu ihrem Entsetzen in jenes einer Katzenfrau. In einer weiteren Operation kann Dong-Kuk seiner Adoptivtochter ihre Schönheit zurückgeben, doch nun sinnt die mit übernatürlichen Kräften ausgestattete Katzenfrau Yun-Ok auf blutige Rache. 
Georges Franjus "Augen ohne Gesicht" ("Les yeux sans visage", 1959) und Hiroshi Teshigaharas "Das Gesicht des Fremden" ("Tanin no kao", 1966) treffen auf Larry Cohens "Die Wiege des Bösen" ("It's Alive", 1974) in diesem ultra-obskuren südkoreanischen Skalpell- und Geister-Schocker von 1975, der die Handlung genannter Werke zusätzlich mit Motiven wie jenem der Geisterkatze aus klassischen koreanischen Geistergeschichten anreichert. Regie führte Il-Ho Jang, der auch den Horrorfilm "Night of the Devil's Bride" (鬼青攝/"She qing gui", 1975) für die Hongkonger "Shaw Brothers" oder den ebenfalls äusserst obskuren Fantasy-Horrorstreifen "The Afterworld" (사후세계/"Sahusegye", 1981) in Südkorea inszenierte; vor der Kamera agierte unter anderem Schauspieler-Veteran Am Park (sic), der in zahlreichen koreanischen Horrorfilmen dieser Entstehungszeit vertreten war ("Die Insektenfrau", 1972; "I-Eo Island", 1977; "Living Dead Girl", 1978; "Strange Dead Bodies", 1981; "The Afterworld", 1981; "The Vengeful Vampire Girl", 1981). "A Remodelled Beauty" ist ein wenig subtiles, mitunter sogar erstaunlich blutiges Gemetzel mit verhältnismässig rasch und direkt voranschreitender Handlung. Der gesehene altertümliche VHS-Print auf der koreanischen Verleih-Videokassette von 1983 ("Sam Boo Production Co., Ltd.") war stark mitgenommen und restaurationsbedürftig, der teilweise holprige Schnitt und die kurze Laufzeit von 63 Minuten legen die Vermutung nahe, dass Teile des Films fehlen könnten — die vom "Koreanischen Filmarchiv" (KOFA) präservierte Fassung ist allerdings offenbar auch nicht länger.




Human Affairs Are Nothing
Originaltitel: Insa-yeomu  (人蛇女巫  /  인사여무)  /  Cui hua du jiang tou  (摧花毒降頭)  /  Magic Curse
Produktion: Südkorea/Taiwan/Hongkong/Philippinen, 1975 (Farbe)
Han Jin Enterprises Co. Ltd./Filmline Enterprises
Regie: Yeong-Sun Kwon, Tony Jun-Guk Liu & Gong-Yue Do (Man-Bo To/Liu-Boh Do).
Cast: Jason Piao Pai, Pinky de Leon, Shook Jeon, Myeong-Hui Cha, Su-Jung Nam, Angela Eun-Hie Wang (Angela En-Chi Wang), Mu-Ung Choi, Hu Mong (Hok-Nin Lau), Peter Lau Chen, Chia-Bee Tan, Kun Hwang, Roger Cooquia, Vic Silayan, Philip Coo.
91 Minuten (NTSC)
In Manila erfährt der Taekwondo-Experte Mun-Young Lim (in der englisch synchronisierten Fassung: Man-Ying Lim), dass sein Onkel, der mit wertvollen Juwelen im Gepäck mit einem Kleinflugzeug unterwegs war, über dem Dschungel von Borneo abgestürzt ist. Auf der Suche nach ihm gerät Mun-Young in der Abgeschiedenheit des dortigen Urwalds erst an lepröse Kannibalen, dann an einen eingeborenen Schlangenkult, dessen Hohepriesterin Wangbina (Synchronfassung: Felona) im Clinch liegt mit dem mächtigen Schamanen Adura (Synchronfassung: Abdullah), welcher Schwarze Magie praktiziert. Wangbina verliebt sich in den Neuankömmling, derweil Adura (der sich auch Onkels Juwelen unter den Nagel gerissen hat) sie erpresst, diesen wieder in die Zivilisation zu entlassen. Das tut Wangbina — nicht jedoch, ohne Mun-Young das Versprechen abzuringen, zurückzukehren und sie zu heiraten. Damit er nicht auf falsche Gedanken kommt, belegt sie ihn — getreu dem Motto "better safe than sorry" — mit einem "magischen Fluch", der dazu führt, dass jede Frau, mit der er schläft, kurz darauf eines schrecklichen Todes stirbt. Zurück in Manila, gerät Mun-Young gegenüber der Polizei schon sehr bald in Erklärungsnotstand. 
Eine wilde Mischung aus Horror und Abenteuer, gepaart mit einer deftigen Prise an Taekwondo-Kämpfen und etwas Erotik (zumindest in der taiwanischen/internationalen Version) präsentiert diese koreanisch-taiwanische Produktion — gefilmt auf den Philippinen und oft irrtümlich als "Hongkong-Film" gelistet. In Südkorea ist der Film bekannt als "Insa-yeomu" oder "Human Affairs Are Nothing", in Taiwan als "Cui hua du jiang tou" oder "Magic Curse", wobei auch die Angaben für Stab und Schauspieler je nach konsultierter Quelle fast vollkommen voneinander abweichen (so nennen beispielsweise koreanische Quellen Yeong-Sun Kwon als Regisseur, derweil chinesische auf Tony Jun-Guk Liu und Gong-Yue Do verweisen). Die taiwanische Export-Fassung wurde auch (in bekannter Manier furchtbar) englisch sowie französisch ("Au pays de la magie noire") synchronisiert; die koreanische Version ist ausserhalb des koreanischen Filmarchivs leider vollkommen unzugänglich, dürfte jedoch mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit weitgehend identisch sein (wobei anzunehmen ist, dass die in der Exportfassung stark betonten und zahlreichen "Exploitation"-Elemente in der koreanischen Fassung entweder fehlen oder durch harmlosere Einstellungen ersetzt wurden). Regisseur Yeong-Sun Kwon kehrte fast 20 Jahre später mit dem ähnlich obskuren "West of Eden" ("Eden-ui seojjok", 1994), der eine nahezu inhaltsgleiche Geschichte erzählte, erneut zu der Thematik zurück.



A*P*E
Originaltitel: King Kong-ui dae-yeogseub  (킹콩의 大逆襲  /  킹콩의 대역습)
Produktion: Südkorea/USA, 1976 
(Farbe)
Kukje Films/Lee Ming Film Co. Ltd./International Movie Co. Ltd./Worldwide Entertainment
Regie: Young-Cheol Choi & Pol Lideo (Paul Leder).
Cast: Nak-Hoon Lee, Yeon-Jeong Woo, Alex Nicol, Rod Arrants, Joanna DeVarona (Joanna Kerns), Jerry Harke, Larry Chandler, Walt Myers, J. J. Gould, Charles Johnson, Pol Lideo (Paul Leder), Sung-Kwan Choi.
82 Minuten (PAL)
Der gigantische Affe King Kong sollte eigentlich als Attraktion nach Disneyland verschifft werden, zerstört jedoch das Schiff, in dem er transportiert wurde, und geht in Südkorea an Land, wo er alsbald verheerende Schäden anrichtet. Panik regiert, und die wenig koordinierten koreanischen und amerikanischen Armee-Einheiten verkennen den Ernst der Lage. Auch die Romanze einer amerikanischen Schauspielerin und ihres Reporter-Freundes wird durch die Agenda des Monster-Affen empfindlich gestört.
Ein südkoreanischer Monsterfilm im Fahrwasser des Dino-de-Laurentiis-"King-Kong" (ebenfalls 1976), dessen Produktionshintergründe ziemlich im Dunkeln liegen. Obwohl gemeinhin als einer der schlechtesten "King-Kong"-Klone verschrieen, war der Aufwand durchaus beachtlich. Die deutsche Synchronisation ist allerdings unterirdisch schlecht und versucht beständig, aus dem höchstens in Ansätzen parodistischen Film eine Komödie zu machen. Leider ist die koreanische Fassung des Films offenbar komplett verschollen; zumindest finden sich bislang keinerlei Hinweise auf ihren Verbleib.




I-Eo Island
Originaltitel: Ieodo  (異魚島  /  이어도)
Produktion: Südkorea, 1977 
(Farbe)
Dong-A Exports Co. Ltd.
Regie: Ki-Young Kim.
Cast: Hwa-Si Lee, Chung-Chul Kim, Jung-Ja Park, Am Park, Hye-Mi Gwon, Yun-Seok Choi, Po Yeo, Sang-Mi Ko, Joung-Ae Lee, Young-Soon Son.
111 Minuten (NTSC)
Auf dem Weg zur geheimnisumwitterten Insel "Ieodo" verschwindet der Journalist und Umweltaktivist Chun spurlos von Bord eines Schiffes. Ein Mitarbeiter der Hotelkette, welche die Schiffsfahrt zu Promotionszwecken organisierte, sowie ein Zeitungsmitarbeiter, der mit Chun zusammenarbeitete, machen sich zusammen auf zu der abgeschotteten koreanischen Insel, von der Chun stammte, und die heute ausschliesslich von weiblichen Taucherinnen bewohnt wird. Aberglauben und Legenden sind dort weit verbreitet, und man erzählt sich, wer Ieodo zu Gesicht bekomme, sei dem Tod geweiht und werde dem Wasserdämon anheim fallen.
Dieser äusserst ungewöhnliche Film der koreanischen Kino-Legende Ki-Young Kim ("Hanyeo"/"The Housemaid", 1960) entführt den Zuschauer in die koreanische Inselwelt nahe Cheju Island und entfaltet eine mystische Welt voller Geheimnisse und unerklärlicher Geschehnisse. Mit Rückblenden erzählt Kim die verschachtelten Begebenheiten und Hintergründe, welche schliesslich zu Chuns Verschwinden führten, und führt sowohl seine Hauptfiguren als auch den Zuschauer immer tiefer in die von der Aussenwelt abgeschottete Inselwelt Koreas. Seiner ungewöhnlichen Atmosphäre wegen wurde der Film auch mit dem ein Stück weit vergleichbaren, englischen Film "The Wicker Man" (1973) des Regisseurs Robin Hardy verglichen. In beiden Filmen begibt sich der Hauptprotagonist auf eine gegen aussen abgeschottete, geheimnisvolle Insel, um eine verschollene Person zu suchen. Und es wäre kein richtiger Ki-Young-Kim-Film, wenn nicht wenigstens eine deftige Schock-Szene, hier in der Form von Nekrophilie, auf den Zuschauer warten würde. Wie alle älteren koreanischen Filme ist auch dieser durch ungenügende Lagerung nicht mehr in bestem Zustand, extrem rar und war ausserhalb Südkoreas niemals erhältlich. Wer Willens ist, sich die Zeit für diesen Film zu nehmen, wird mit einem sehr ungewöhnlichen Stück Genre-Kino konfrontiert.




The Early Years
Originaltitel: Chobun  (草墳  /  초분)
Produktion: Südkorea, 1977 
(Farbe)
Hap Dong Films Co. Ltd. (Habdong Films)
Regie: Du-Yong Lee.
Cast: Hui-Ra Kim, Hye-Kyeong Jang, Il-Bong Yun, Shi-Chan Na, Yu-Shin Eom, Jeong-Ha Kim, Hyo-Sil Gang, Kyung-Ran Kim, Mi-Kyung Chung, Jeong-Mi Choe.
85 Minuten (NTSC)
Der Gefängnisinsasse So-Dol erhält einen Urlaub von 7 Tagen, um in seiner Heimat, einer abgelegenen Kommune auf einer koreanischen Insel, der Beerdigung seiner Mutter beizuwohnen. Zusammen mit einem Bewacher kommt er auf der Insel an. Kurz darauf entdecken Fischer eine Leiche im Meer, die offenbar schon fünf Jahre alt ist. So lange ist es her, seit So-Dol angeblich seinen Freund umgebracht hat. Während sich seltsame Ereignisse häufen und die Einwohner den Besuchern die Schuld dafür geben, muss So-Dols Bewacher feststellen, dass mystische und rätselhafte Vorgänge nichts ungewöhnliches sind auf dieser Insel.
Ein südkoreanischer Mystery-Horrorfilm von 1977 des Horror-Experten Du-Yong Lee ("A Woman's Grudge and Exorcism"/"피막", 1980; "The Haunted Villa"/"鬼火山莊"
, 1980; "Karma"/"業", 1988) mit ungewöhnlicher Geschichte und einlullender Atmosphäre. Ähnlich dem im selben Jahr entstandenen "Ieodo" ("I-Eo Island"/"異魚島") erinnert der Film in Setting und Handlung an den britischen Klassiker "The Wicker Man" (1973). Faszinierend und wie alle koreanischen Filme dieses Alters äusserst elusiv. Auch bekannt als "Grass Tombs".



The Prince of Dragon King
Originaltitel: Yong-wang samtaeja  (龍王 三太子  /  용왕 삼태자)
Produktion: Südkorea/Taiwan, 1977 
(Farbe)
Woo Sung Enterprises Co. Ltd. (Woosung Productions)
Regie: Dong-Joon Choi (& Sheng-En Chin, Fu-Wen Chung).
Cast: Hyo-Jin Jeong, Chung-Ran Kim, Jeong-Kuk Jang, Baek-Su Kim, Hui-Jin Park, Suk-Koo Lee, Dal-Ho Kim.
88 Minuten (NTSC)
Korea im Mittelalter: Die Regionen Kae-Ryong und Kang-Ho werden von der schlimmsten Dürreperiode seit 100 Jahren heimgesucht. Ein Priester schickt die junge, mit ausgezeichneten "Martial-Arts"-Fertigkeiten bewanderte Kämpferin Keum-Bung los, um einen magischen Gegenstand zu finden, der die Dürre beenden soll. Unterwegs trifft sie auf ein Kind namens Jung-Yong, das in Wahrheit "Yong-wang samtaeja", der Prinz, beziehungsweise dritte Sohn des Drachenkönigs, ist. Der Finsterling Ku-Myeong streckt unterdessen ebenfalls seine Fühler nach dem magischen Gegenstand, einer kleinen Kugel, aus. Den Endkampf darum tragen riesige chinesische Drachen aus.
Ein äusserst obskurer südkoreanischer Monsterfilm von 1977, der sich in Taiwan (von Japanern) gefilmter Spezialeffekte- und Trickaufnahmen bedient, die auch schon (zu unterschiedlichen Teilen) in taiwanischen Filmen wie "A Story of "Lou Bo-Wen"" (1971), "Tsu Hong Wu" (1971), "The Saviour-Monk" (1975), "Sea God and Ghosts" (1977) oder "The Fairy and the Devil" (1982) Verwendung fanden. Über weite Strecken ein "Martial-Arts"- beziehungsweise Historien- und Fantasyfilm, dessen Realfilm-Szenen manchmal nicht so recht mit den Tricksequenzen zusammenpassen wollen. Die koreanische VHS-Videofassung (Bild), die gleichwohl den Eindruck eines simplen Kung-Fu-Films vermittelt (das Cover hat nichts mit dem Film zu tun), war die einzige (reguläre) Heimkino-Veröffentlichung weltweit. Der "Pendant"-Film (wenn man so will) "Sea God and Ghosts", der im gleichen Jahr (1977) in taiwanischen Kinos gezeigt wurde, erzählte — mit taiwanischen Schauspielern — eine nahezu Szene für Szene identische Geschichte und verwendete dieselben Trickaufnahmen.



Living Dead Girl
Originaltitel: Sal-innabileul jjochneun yeoja  (殺人나비를 쫓는 女子  /  살인나비를 쫓는 여자)
Produktion: Südkorea, 1978 (Farbe)
Woo-Jin Films
Regie: Ki-Young Kim.
Cast: Kung-Won Nam, Ja-Ok Kim, Chung-Chul Kim, Man Kim, Am Park, Hyang Lee, Po Yeo, Sun-Cheol Yu, Gang-Bae Lee, So-Jo Kim, Jae-Hui Jeong, Hwa-Si Lee, Mayu Loh.
85 Minuten (NTSC/VHS-Fassung)
Der Student Yong-Bin Suk gerät bei einer Schmetterlingsjagd an eine Frau, die ein Getränk mit ihm teilt — und kommt beinahe ums Leben, denn es handelt sich dabei um einen Selbstmord-Trunk. Er überlebt und hegt fortan eigene Selbstmordabsichten, die jedoch von einem ihn heimsuchenden, von Nietzsche und Hitler eingenommenen, immer wieder auftauchenden (obwohl Suk ihn der Reihe nach ersticht, lebendig begräbt und anzündet!) Buchverkäufer regelmässig durchkreuzt werden. Bei einer Höhlenexpedition unter der Leitung des bekannten Archäologen Jang findet Suk anschliessend ein tausende von Jahren altes Skelett einer Frau, aus dem sich vor seinen Augen ihr verführerischer Geist manifestiert. Nach einer Liebesnacht ist der Geist wieder verschwunden. Suk arbeitet in der Folgezeit für Professor Jang und kommt dabei dessen Tochter näher, die Schmetterlinge präpariert und sammelt. 
Der vielleicht bizarrste Film des koreanischen Kult-Filmemachers Ki-Young Kim ("Das Hausmädchen"/"Hanyeo", 1960), in dem Traum und Wirklichkeit für den Protagonisten gleichwohl wie für das Publikum bisweilen schwer auseinanderzuhalten sind. In seiner surrealen Atmosphäre übertrifft er gar noch Kims diesbezüglich bereits ausserordentlich intensives Meisterstück "I-Eo Island" ("Ieodo", 1977). "Living Dead Girl", auch bekannt als "A Woman After a Killer Butterfly", "A Woman Chasing a Killer Butterfly", "A Woman Who Is Chasing a Horrible Butterfly", "Woman with Butterfly Tattoo" oder schlicht "Killer Butterfly", wirkt ein Stück weit episodenhaft aufgebaut; vieles erschliesst sich dem Zuschauer bei der ersten Sichtung nicht ohne Weiteres. Träumt oder halluziniert der Student, macht er eine Nahtoderfahrung, erlebt er die Dinge gar wirklich? Höhepunkte der bizarren Bebilderung beinhalten ein sprechendes Skelett, Nekrophilie und Suk als menschlicher Schmetterling, der Jangs Tochter durch die Luft trägt. Die koreanische VHS-Veröffentlichung des Films (Sam Hwa Video Production, 1986) macht leider den Eindruck, bei weitem nicht komplett zu sein.



Muldori Village
Originaltitel: Muldoli dong  (물도리동)
Produktion: Südkorea, 1979 (Farbe)
Hap Dong Films Co. Ltd. (Habdong Films)
Regie: Du-Yong Lee.
Cast: Ji-Il Han, Yeong-Ran Kim, Kill-Soo Hyun, Wu-Cheol Shin, Sung-Kwan Choe, Ae-Ra Kim, Tae-Il Han, Kug-Nam Han, Jeong-A Kim, In-Soo Sok.
105 Minuten (NTSC)
Die Bewohner des Chosun-Dorfes Muldori verehren Musinsaeng, die Göttin der Wittwen und Wittwer. Als der Sohn des Dorfobersten in einem nahegelegenen See ertrinkt, wollen die Dorfbewohner "post mortem" eine junge Frau mit ihm verheiraten, um so zu vermeiden, dass sein Geist gegen das Dorf zürnt. Der ansässige Schamane jedoch verweigert eine solche Zeremonie, da sie nur einmal alle zehn Jahre abgehalten werden dürfe. Die ausersehene Braut Bu-Yong, die gegen ihren Willen den Toten heiraten soll, wird zudem in der Nacht von einem maskierten Mann vergewaltigt. Nachdem die Dorfbewohner die Zeremonie ohne Zustimmung des Schamanen abhalten, wird das Dorf von einer verheerenden Seuche heimgesucht, welche die Evakuation Muldoris nach sich zieht. Bu-Yong verliebt sich zudem in Huh, den unehelichen und verstossenen Sohn des Dorfobersten, und reisst aus, um dem Zurückgelassenen zu helfen.
Ein ziemlich aufwendiger und nachdenklicher Film des auf Horrorfilme spezialisierten südkoreanischen Regisseurs Du-Yong Lee ("A Woman's Grudge and Exorcism", "The Haunted Villa"; beide 1980), der hier offensichtlich eine ähnliche Atmosphäre zu erreichen suchte, wie sie ihm bereits in seinem ein Stück weit ähnlichen früheren Film, dem surrealen "The Early Years" ("Grass Tombs") von 1977, gelungen war. Dies schaffte er nicht mehr ganz, dafür geriet "Muldori Village", der auch als "Fishermen's Exorcism" verzeichnet ist, gemessen an seiner Substanz mit 105 Minuten doch etwas zu lang und zu dialoglastig. Trotzdem gewährt der Film faszinierende Einblicke in die Riten und Gebräuche des historischen koreanischen Gesellschaftslebens. Auch dieser Film ist nur auf VHS in Südkorea (Bild) erschienen. Warnung für Tierfreunde: Der Film enthält eine schwer ertragbare Szene, in der einem lebenden Schwein die Kehle mit einem Messer durchgeschnitten wird.



A Woman's Grudge and Exorcism
Originaltitel: Pimag  /  Pimak  /  Pee-mak  (避幕  /  피막)
Produktion: Südkorea, 1980 (Farbe)
Se Kyung Enterprises Inc. (Se-Kyeong Productions)
Regie: Du-Yong Lee.
Cast: Ji-In Yu, Kung-Won Nam, Jeong-Sun Hwang, Seong-Ho Choi, Yun-Kyeong Kim, Kill-Soo Hyun, Tae-Il Han, Shook Jeon, Hui-Jeong Bang, Jeong-A Seo.
94 Minuten (NTSC)
Korea, gegen Ende der Chosun-Dynastie: Im Dorf Suri in Hwanghae-do erkrankt Seong-Min, der älteste Sohn des einflussreichen Kang, an einer unerklärbaren und lebensbedrohlichen Krankheit. Dies stürzt die Familie in tiefe Sorge, da sie eine Geschichte jung verstorbener Erstgeborener aufweist. Die Matriarchin konsultiert daraufhin die Schamanin Ok-Hwa, welche ein Heilungsritual vollzieht. Dabei findet sie in einem nahen Pinienwald eine vergrabene Kalebasse, die sie auf ein dunkles Geheimnis bringt, welches auch sie selbst betrifft: Etwa 20 Jahre zuvor nämlich gab es in Kangs Familie eine junge Witwe namens Lee, die nach dem Tod ihres Ehemanns aus gesellschaftlichem Zwang in einem erzwungenen Zölibat leben musste. Sie fügte sich deswegen jede Nacht in Selbstkasteiung schwere Wunden zu, bis sie an ihren Verletzungen zu sterben drohte. Man brachte sie zum Sterben in die abgelegene Hütte Sam-Dols, mit dem sie eine letzte Nacht verbringen wollte. Als Sam-Dol daraufhin überraschend Lees wundersame Heilung gelang und sie gar von ihm schwanger wurde, beschloss die Kang-Familie, die beiden zu töten. Tatsächlich waren Sam-Dol und Lee die Eltern Ok-Hwas — und diese will nun, besessen vom Geist ihrer Mutter, an Kangs Familie Rache nehmen für den Mord an ihrem Eltern.
Verkleidet in eine übernatürliche Geistergeschichte, übt der Film des schillernden koreanischen Filmemachers Du-Yong Lee Kritik an der gesellschaftlichen Doppelmoral im Dorfleben während der ausgehenden Chosun-Dynastie (1392-1897). "Pimag" wurde teilweise an denselben Schauplätzen gedreht wie Lees ein Jahr zuvor entstandener "Muldori Village" (1979) und war — wie schon dieser — vermutlich ein Stück weit von der Handlung des US-Filmklassikers "Der Exorzist" ("The Exorcist", 1973), der in anderen koreanischen Filmen der 1970er Jahre auch deutlich unverblümter (vgl. Won-Shik Lims "An Exorcist"/"Bagsumudang", 1974) nachgeahmt wurde, beeinflusst. "A Woman's Grudge and Exorcism", auch bekannt als "The Hut", "The Death Hut", "House of Death" oder "The Death Cottage", obgleich heute in völliger Obskurität versunken und nurmehr auf alten koreanischen Verleih-VHS-Kassetten einsehbar, machte seinerzeit auch auf europäischen Filmfestivals wie Venedig (wo er für den "Venice International Film Festival Special Prize Award" nominiert worden war) die Runde und wurde gar als einer von nur wenigen Genre-Filmen vom Koreanischen Filmarchiv (KOFA) in eine Liste der "100 besten/wichtigsten koreanischen Filme" aufgenommen.



The Haunted Villa
Originaltitel: Gwihwa sanjang  (鬼火山莊  /  귀화산장)
Produktion: Südkorea, 1980 (Farbe)
Hwacheon Films
Regie: Du-Yong Lee.
Cast: Kung-Won Nam, Yang-Ja Jin, Eun-Jin Han, Wu-Cheol Shin, Yun-Mi Kim, Hae-Ryong Lee, Tae-Il Han, Kill-Soo Hyun, Dal Park, Kug-Nam Han, Kun Hwang.
87 Minuten (NTSC)
Während einer Nachtschicht in einer arbeitsintensiven Gewitternacht vergreift sich der angesehene Arzt Dr. Han an einer seiner Krankenschwestern, Kyung-Ah. Als er später erfährt, dass sie von ihm schwanger ist, will er sie zu einer Abtreibung nötigen, was Kyung-Ah jedoch vehement ablehnt. Nach einem Streit in ihrem Haus fällt sie von der Bettkante und steht nicht wieder auf. In seiner Not "entsorgt" der verzweifelte Dr. Han ihre Leiche hinter seiner Villa in einem Brunnen. Doch schon bald erscheint ihm Kyung-Ah an allen möglichen und unmöglichen Orten und trachtet ihm mit einer Rasierklinge nach dem Leben.
Ein routiniert in Szene gesetzter Pseudo-Geisterhorror mit einigen Gemeinheiten und anständigen Bildmontagen des erfahrenen Regisseurs Du-Yong Lee ("A Chinese Ghost"/"Ya-ogwi", 1971; "Muldori Village"/"Muldoli dong", 1979) mit einer allerdings sehr enttäuschenden Auflösung. Der Film gehört ganz dem versierten Schauspieler-Veteran des koreanischen Kinos und Hauptdarsteller Kung-Won Nam ("A Devilish Homicide/"Sal-inma", 1965; "The Woman of Fire"/"Hwanyeo", 1971; "Die Insektenfrau"/"Chungnyeo", 1972; "Living Dead Girl"/"Sal-innabileul jjochneun yeoja", 1978; "A Woman's Grudge and Exorcism"/"Pimag", 1980; "Karma"/"Eop", 1988), der in fast allen Einstellungen zu sehen ist, und auch Yun-Mi Kim (?) als Krankenschwester mit Rasierklinge vermag zu überzeugen. Nichtsdestotrotz einer der schwächeren Genre-Filme dieses Regisseurs. Auch bekannt als "A Dead Woman's Illusion".



A Woman with Grudge
Originaltitel: Hannyeo  (恨女  /  한녀)
Produktion: Südkorea, 1981 (Farbe)
Dong-Hyeob Films
Regie: Yu-Seop Lee.
Cast: Hui-Won Mun, Jeong-Ha Im, Yu-Ri Jo, Jeong-A Seo, Seok Choe, Kap-Sung Ra, Myeong-Hwan Han, Jin-Su An, Uk Kim, Young-Kuk Jeong, Hui-Suk Lee, Hyeon-Hui Kim.

82 Minuten (NTSC)
Korea zur Zeit der japanischen Besetzung (1910-1945)Der junge Medizinstudent Young-Sik kommt nach Kyungsung (heutiges Seoul), um als Assistent für den Chirurgen Dr. Yoshimura zu arbeiten, welcher Experte für Gesichtstransplantationen ist und Opfer von Verbrennungen behandelt. In der Gegend sind unlängst mehrere junge Frauen spurlos verschwunden, und Young-Sik findet bald heraus, weshalb: Um das entstellte Gesicht von Renko, der Tochter eines hohen japanischen Geschäftsmannes, zu retten, benötigt Yoshimura stetigen Nachschub an Gesichtshaut junger Frauen. Seine "Opfer" hält er in einem ausgedehnten Höhlensystem, welches mit seinem Anwesen verbunden ist, gefangen. Young-Sik will die Frauen retten, wird dabei allerdings von Yoshimuras Schergen erwischt — doch er ist nicht alleine, denn auch der Geist einer Verstorbenen hat mit dem Arzt noch eine Rechnung zu begleichen. Auch Krankenschwester Michiko, die ebenfalls das Gesicht einer Koreanerin transplantiert bekam, ist auf seiner Seite.
Geht es um atmosphärisch inszenierte asiatische Geister-Horrorfilme, so war Südkorea schon lange, bevor die Filme des Landes auch in grösserem Stil in den Westen gelangten (was etwa ab dem Jahr 1996 und mit dem Aufkommen des neuen Mediums DVD vermehrt geschah), ein Geheimtipp. Zahllose faszinierende koreanische Genre-Werke sind mangels Veröffentlichung nahezu vollkommen unmöglich zu sehen (sogar in Südkorea selbst, da dort kaum je ältere Filme neu aufgelegt oder veröffentlicht werden und VHS-Kassetten mit älteren Filmen nur noch sehr schwer zu finden sind). Ein recht repräsentativer Vertreter des koreanischen "Brands" klassischen Geister-Kinos ist "A Woman with Grudge" alias "Hannyeo", auch geläufig als "A Woman's Grudge", "Grudge of Women", "Grudge of a Woman" oder "Revenge of the Ghost"; inszeniert von Horrorfilm-Veteran Yu-Seop Lee ("Revenge of a Mother"/"Eomma-ui han", 1970; "My Sister's Regrets"/"Nuna-ui han", 1971; "Jang-Hwa and Hong-Ryeon: A Story of Two Sisters"/"Janghwa Heungryeon jeon", 1972; "A Resented Woman"/"Wonnyeo" und "Cheondong", 1973). Dank Aufnahmen in nächtlichen Wäldern, einem fliegenden Sarg, unterirdischer Höhlenszenerie, einigen Blut- und Make-Up-Effekten sowie etlichen spektakulären (und herrlich tückischen) Geister-Auftritten ist für einen weiteren atmosphärischen Spuk-Film (mit einem Einschlag von Georges Franjus französischem Horror-Klassiker "Augen ohne Gesicht"/"Les yeux sans visage" von 1959) gesorgt.



Strange Dead Bodies
Originaltitel: Koesi  (怪屍  /  괴시)
Produktion: Südkorea, 1981 
(Farbe)
Han Rim Films Co. Ltd. (Hanrim Films)
Regie: Beom-Ku Kang.
Cast: Kwang-Ok Yu, Myeong Kang, Am Park, Ok-Hwan Hwang, Yun-Jeong Hong, Wang-Guk Kim, Chan-Il Sin, Su Han, Gi-Ha Park, Hyo-Won Bae.
82 Minuten (NTSC)
Der Chinese Myung Kang ist in Korea unterwegs zu einem Umwelt-Seminar, als er von der hübschen Su-Ji beinahe angefahren wird. Sie nimmt ihn mit zur Villa ihrer Schwester auf dem Land, doch dort ist nichts so, wie es sein sollte. Das Haus ist verlassen, der Ehemann der Schwester tot. Auf dem Friedhof werden sie von einem halbverwesten Leichnam angefallen: Yong-Dol, verstorben vor drei Jahren. Kang vermutet, dass Strahlen, die von Experimenten eines Teams von Wissenschaftlern in einer nahe gelegenen, improvisierten Forschungsstation ausgehen, die Ursache für das Phänomen der lebenden Toten sind. Diese werden derweil immer zahlreicher und gefährlicher. Bald fällt ihnen auch Kang zum Opfer, doch mit letzter Kraft hat er noch etwas vor.
Der legendäre erste koreanische Zombie-Film "Koesi", oder "Goeshi" (englisch "Strange Dead Bodies", auch "A Monstrous Corpse" oder "Grotesque Corpse") orientierte sich stark an Jorge Graus "Invasion der Zombies" (a.k.a. "Das Leichenhaus der lebenden Toten", "Non si deve profanare il sonno dei morti" oder "The Living Dead at the Manchester Morgue") von 1974. Bei weitem nicht so blutig wie dieser, doch ebenfalls mit viel Atmosphäre und Spannung. Die koreanische VHS-Videokassette war die einzige Veröffentlichung weltweit und ist auch in Korea fast unmöglich zu finden.



Suddenly in Dark Night
Originaltitel: Gip-eun bam gabjagi  (깊은밤 갑자기)
Produktion: Südkorea, 1981 (Farbe)
Nam-A Pictures
Regie: Young-Nam Ko.
Cast: Young-Ae Kim, Il-Bong Yun, Gi-Seon Lee, Hye-Ri Hyeon, Geun-Hui Kim.

100 Minuten (NTSC)
Universitätsprofessor und Schmetterlingsforscher Yu-Jin Kang bringt von einer seiner zahlreichen Feldexpeditionen neben einer raren Schmetterlingsart auch ein junges Mädchen namens Mi-Ok mit nach Hause, welches seine gestresste Ehefrau Sun-Hi im Haushalt als Hausmädchen entlasten soll. Mi-Ok stammt aus einem abgelegenen koreanischen Tal und ist die Tochter einer Schamanin, die bei einem Feuer ums Leben kam. In ihrem Gepäck führt sie eine unheimliche Holzpuppe mit sich, welche sie unter Einsatz ihres Lebens gegen (allzu) Neugierige "Interessenten" verteidigt. Wenn sie sich unbeobachtet wähnt, betet sie zu der Puppe, für die sie einen kleinen Altar in ihrem Raum errichtet hat. Sun-Hi wird schon bald äusserst eifersüchtig auf die blutjunge und attraktive Mi-Ok, der sie in ihren Fantasien eine wilde Affäre mit ihrem Ehemann andichtet. Zudem entwickelt sie eine stetig und rasant grösser werdende Angst vor Mi-Oks Puppe. Wird sie nach und nach verrückt?
Der altgediente Regisseur Young-Nam Ko drehte in seiner Karriere zwischen 1964 und 2000 weit über 100 Filme; "Suddenly in Dark Night" sollte indes sein einziger (?) Horrorfilm bleiben. Der Film profitierte in seinem Entstehungsjahr 1981 von sich lockernden Zensurbestimmungen im südkoreanischen Film und enthielt etliche für damalige koreanische Verhältnisse recht freizügige Szenen. Ko und Drehbuchautor Sam-Yook Yoon orientierten sich für die Geschichte offenkundig nicht unbeträchtlich bei Ki-Young Kims enorm wichtigem Film "Das Hausmädchen" ("The Housemaid"/"Hanyeo", 1960), dessen Einfluss auf das koreanische Kino auch 21 Jahre später noch nachhallte und dessen Grundgerüst der erzählten Geschichte sie hier um eine übernatürliche Komponente in der Gestalt einer Holzpuppe mit Eigenleben erweiterten. Wie alle südkoreanischen Genre-Filme vor ca. 1995 war auch "Suddenly in Dark Night" ausserhalb Südkoreas vollkommen unbekannt, bevor gerade diesem Titel die "Ehre" zuteil wurde, dass er 2017 als erster koreanischer Horrorfilm dieser Entstehungszeit nicht nur offiziell unter dem Titel "Suddenly in the Dark" in den USA veröffentlicht, sondern mit einer 2K-Abtastung des Kameranegativs aus dem Koreanischen Filmarchiv (KOFA) auch noch für eine Blu-Ray-Fassung von Grund auf restauriert worden ist, was bislang (Juni 2017) weltweit einmalig ist für einen Film dieser Art. Wer einen Einblick in die damalige Schaffenszeit des koreanischen (Genre-)Kinos erhalten und seine (Horror-)Blu-Ray-Sammlung um einen nicht alltäglichen, zuvor völlig unbekannten Genre-Film erweitern möchte, dem sei der Kauf dieser Fassung (Bild) deshalb wärmstens ans Herz gelegt. Möglich machte dies das auf seltene und ungewöhnliche, aber dennoch sehenswerte Filme spezialisierte DVD-/Blu-Ray-Label "Mondo Macabro". Zuvor gab es von dem gelegentlich auch als "Suddenly at Midnight" betitelten Film lediglich eine seltene koreanische VHS-Video-Veröffentlichung.



The Afterworld
Originaltitel: Sahusegye  (死後世界  /  사후세계)
Produktion: Südkorea, 1981 (Farbe)
Han Jin Enterprises Co. Ltd.
Regie: Il-Ho Jang.
Cast: Hee-Kap Kim, Hyeon-Suk Jeong, Jin-A No, Choo-Ryeon Kim, Am Park, Ji-Sun Lee, Kyoo-Young Chung, Jin-Su An, Kap-Sung Ra.
88 Minuten (NTSC)
Boxer In-Du Kim trainiert für einen Titelkampf, wird jedoch in einem Tunnel von einem Auto überfahren. Als seine Seele das Jenseits erreicht, stellt man allerdings fest, dass er frühzeitig abberufen wurde, und schickt ihn zurück auf die Erde. Dort fährt In-Dus Seele in den Körper des Konzernpräsidenten Mun-Oh Choi, der gerade einem Giftmord seines Exekutivdirektors Sam-Ryong sowie seiner eigenen liebenden Ehefrau Chun-Sim (welche mit Sam-Ryong das Bett teilt) zum Opfer gefallen ist. Zu deren Schrecken kommt der alte Choi ins Leben zurück und entwickelt zudem ungeahnte Box-Talente. Um auf Nummer sicher zu gehen, bekommt Choi vom hinterhältigen Sam-Ryong diesmal neben Gift noch einen gezielten Messerstich verabreicht. Anschliessend wollen die beiden Übeltäter mit der Leiche türmen, stürzen jedoch, als sie von der Polizei verfolgt werden, mit dem Auto einen Abhang hinunter. Im Jenseits ist man von ihren Taten wenig erbaut und schickt sie direkt zur Hölle, wo sie gefoltert (aufgespiesst, ins Feuer geworfen) und gequält (Zunge herausgerissen, in eine Schlangengrube geworfen) werden. In-Du, der im Jenseits bereits allen auf den Zeiger geht, wird erneut zur Erde zurückgeschickt — diesmal landet sein "Hitodama" im Körper eines Boxers, der an seiner Stelle den Titelkampf bestreitet. 
Koreanische Variante der japanischen "Höllen"-Filme, namentlich Nobuo Nakagawas "Das Tor zur Hölle" ("Jigoku", 1960) sowie Tatsumi Kumashiros "The Inferno" ("Jigoku", 1979), angesichts ihrer Entstehungszeit und der Gestaltung der Höllen-Sequenzen mutmasslich inspiriert von letzterem. Regisseur Il-Ho Jang ("A Remodelled Beauty"/"Jeonghyeong mi-in", "Night of the Devil's Bride"/"She qing gui"; beide 1975) inszenierte diese bizarre und hochgradig obskure, garantiert auch in ihrem Herkunftsland vollkommen vergessene Ausgrabung aus den Tiefen (süd-)koreanischer Kinogeschichte, die mit einem erstaunlich fetzigen Soundtrack aufwartet. Das koreanische Filmarchiv ("KOFA") lagert das Original-Negativ des Films, der auch als "Life After Death" (im Film eingebrannt) und "The World of the Dead" betitelt war.



The Door to the Flesh
Originaltitel: Yugche-ui mun  (肉体의 門  /  육체의 문)
Produktion: Südkorea, 1981 (Farbe)
Shin Han Literary Art Films
Regie: Ki-Hwan Lee (& Ki-Young Kim).
Cast: Hae-Sook Kim, Seong-Geun Kim, Il-Sik Chang, Ki-Sup Kim, Jae-Ha Yeo, Won-Seop Kim, A-Ra Go, Hyeon-Mi Lee, Jeong-A Seo, Ok-Seon Jeong.
90 Minuten (NTSC)
Die junge Hae-Suk Kim und ihre vier Freundinnen haben ihre Fabrikarbeit gekündigt und kommen vom Land nach Seoul, wo sie mit Männern schlafen, denen sie auf der Tasche liegen, um ihre Ausbildung in einem Schönheitssalon zu finanzieren. Nachdem sie Arbeit gefunden haben, verstossen sie ihre "Gönner" und suchen sich zum Heiraten wohlhabendere Männer. Doch die erste aus der Gruppe, die heiratet, und ihr frischgebackener Ehemann haben noch in der Hochzeitsnacht einen Streit, der darin resultiert, dass der Mann seine Frau erwürgt und danach aus einem Hochhausfenster springt. Von diesem Zeitpunkt an werden Hae-Suks Freundinnen und ihre neuen Lover der Reihe nach ermordet von einer schattenhaften Gestalt, die genauso aussieht wie der Ehemann, der in seiner Hochzeitsnacht zum Mörder geworden war und anschliessend Selbstmord begangen hatte. Wie Hae-Suk und ihr Freund bald herausfinden, ist dessen Körper prompt aus dem Leichenschauhaus verschwunden.
Für einmal sorgt kein Geist (zumindest nicht im eigentlichen Sinne), sondern ein Serienkiller für Schrecken in diesem frühen koreanischen "Slasher"-Film (respektive Psycho-Horror-Thriller), der mit einem Mörder aufwartet, der in bester "Michael-Myers"-Manier einfach nicht totzukriegen ist, bis hin zu einem (Überraschungs-)Ende, das dann doch in vollkommen surreale Gefilde abdriftet (in der letzten Szene des Films wendet sich der Freund der Protagonistin direkt an das weibliche Publikum und warnt dieses vor demselben Schicksal, das Hae-Suk widerfahren ist, sollte es seine Ehemänner nicht mit Respekt behandeln). Vom bizarren Ende des erst zum Schluss hin spannend werdenden Films abgesehen, spielt sich hier auf der Leinwand mehr 08/15 im Rahmen konventioneller "Slasher"-Muster als Innovation ab, dennoch muss angemerkt werden, dass es innerhalb des koreanischen Kinos Horrorfilme dieses Subgenres zu dem Zeitpunkt (der Film startete am 24. Oktober 1981 in südkoreanischen Filmtheatern) noch keineswegs in grosser Anzahl gegeben hatte. Die Hauptrolle in diesem obskuren, bis heute (Oktober 2015) noch nicht einmal in der Filmdatenbank "Internet Movie Database" verzeichneten Film spielte Hae-Sook Kim ("The Woman of Fire '82"/"Hwanyeo 82", 1982), die unlängst noch in Chan-Wook Parks gefeiertem Vampir-Drama "Durst" ("Thirst"/"Bakjwi", 2009) zu sehen war. Auch bekannt unter den Titeln "The Body's Gate" und "Lost Corpse". Gemäss einer Aussage des Schauspielers Il-Sik Chang war Ki-Young Kim massgeblich an der Inszenierung des Films beteiligt.



The Vengeful Vampire Girl
Originaltitel: Heubhyeolgwi yanyeo  (흡혈귀 夜女  /  흡혈귀 야녀)
Produktion: Südkorea, 1981 
(Farbe)
Han Jin Enterprises Co. Ltd.
Regie: In-Su Kim.
Cast: Hie-Jeong Choi, Bong-Jin Jin, Bong Choi, Am Park, Kun Hwang, Myeong-Hwan Han, Mu-Ung Choi, Young-Hwa Oh, Ji-Na Jeong, Se-Eun An.
81 Minuten (NTSC)
Korea, Chosun-Dynastie: Der reiche Finsterling Sa-Yong Won tötet einen Mann, weil er dessen Frau Seol-Ri begehrt. Diese jedoch begeht Selbstmord, indem sie sich die Zunge abbeisst. Zehn Jahre später sucht sie Won als untoter Vampir heim, um sein Leben und seine Familie zu zerstören. Weder "Martial-Arts"-Kampfkünste noch Zen-Priester scheinen die Vampirfrau auf Rachefeldzug aufhalten zu können.
Ein begeisternder Film des koreanischen Horror-Altmeisters In-Su Kim ("Cemetery of Beautiful Women", 1985). Zwar beileibe kein Meisterwerk, dafür hat "The Vengeful Vampire Girl" zu viele Schwachstellen, sei es der bisweilen rabiate und schlecht getimte Schnitt, die nicht besonders überzeugenden "Martial-Arts"-Choreographien oder das (zu) oft präsente Overacting. Dafür gibt es Atmosphäre pur, stimmungsvolle Szenen mit koreanischen Tempeln, düsteren Wäldern, verschneiten Berglandschaften und unheimlichen Höhlen, Blitze, fliegende Särge, wallende Nebel, einiges an Blut und etwas dezente Erotik. Die Auftritte der Vampirfrau sind zahlreich und oft in intensive Rot- und Blautöne getaucht, die Szenerie ist so gut ausgeleuchtet, dass man sich dabei mehr als einmal an Dario Argentos italienische Horror-Meisterwerke "Suspiria" (1976) und "Horror Infernal" (1979) erinnert. Das sieht schon in Vollbild auf einer uralten koreanischen VHS-Kassette beeindruckend aus, nicht auszudenken, wie es dereinst im Kino gewirkt haben musste.



Three Women with Grudge
Originaltitel: Sam-wonnyeo  (三怨女  /  삼원녀)
Produktion: Südkorea, 1981 (Farbe)
Yeonbang Movies
Regie: Si-Hyeon Kim.
Cast: Hyeong-Geun Choe, Hyo-Seon Choe, Shook Jeon, In-Ock Lee, Won-Min Lee, Min-Gyu Choe, Jin-Yeong An, Suk-Koo Lee, Il-Ju Yoon, Jeong-Ae Lee.
86 Minuten (NTSC)
In Puk Kando in der südlichen Mandschurei (China), nahe an der nördlichen Grenze der koreanischen Halbinsel, hat sich eine koreanische Familie namens Yoon eine Existenz aufgebaut. Während Sohn Ji-Ryong in Kaesong weilt, wird die Leiche einer jungen Chinesin, Keum-Hwa, zu der Ji-Ryong eine heikle Liebesbeziehung pflegte, auf dem Anwesen der Yoons aufgefunden. Der Mord an Keum-Hwa und die anschliessende Anklage gegen die Familie Yoon sind Teil eines raffinierten Plans des Dieners Il-Cheon und seiner Frau, die Einwandererfamilie um ihr Hab und Gut zu bringen. Während Ji-Ryong aus Korea zurückkehrt, um die Vorfälle selbst zu untersuchen, häufen sich auf dem Anwesen der Yoons bizarre und blutige Todesfälle, bei denen Passanten durch unvermittelt auftauchende Seilschlingen erhängt oder Arbeiter durch eine Säge ihrer Arme entledigt werden.
Atmosphärisch fotografierter südkoreanischer Horrorfilm der Produktionsschmiede "Yeonbang Movies" ("Yun Bang Films"; "A Remodelled Beauty"/"Jeonghyeong mi-in", 1975) von 1981, einer Zeit, in der Horror-Produktionen in Südkorea in grosser Zahl entstanden. Hauptdarsteller Hyeong-Geun Choe ("Thousand Year Old Wolf"/"Cheonnyeon baekrang", 1983; "Don't Click"/"Mihwag-in dong-yeongsang: Jeol dae keullik geumji", 2012) verbringt hier eine Menge Zeit damit, unheimliche dunkle Räume zu inspizieren. Erstaunlich blutig in einigen Szenen (nicht weniger als drei Szenen mit abgetrennten Armen, etliche blutige Messermorde respektive Mordversuche), dazu mit gewohnt stimmigen Kulissen und einigen hübschen Landschaftsaufnahmen, doch durch viele Charaktere, diverse Rückblenden und die allgemein verworrene Handlung ist dem nur ohne Untertitel als südkoreanische Verleih-VHS-Kassette (erschienen 1989) veröffentlichten Film für Koreanisch-Unkundige denkbar schwer zu folgen.



Wedding Dress of the Ghost
Originaltitel: Manglyeong-ui wedingdeuleseu  (망령의 웨딩드레스  /  亡霊의 웨딩드레스)
Produktion: Südkorea, 1981 (Farbe)
Hap Dong Films Co. Ltd. (Habdong Films)
Regie: Yun-Kyo Park.
Cast: Eun-Sook Seonwoo, Se-Hyeok Jeong, Jeong-A Seo, Yong-Won Choe, Hyang Lee.
84 Minuten (NTSC)
Young-Ha Kim, verheiratetes Familienoberhaupt mit Sohn und Tochter und Präsident der Firma Sindal Industries, nimmt eines Tages eine hübsche Anhalterin im Auto mit und verbringt kurz darauf, nachdem sie ihn in seinem Büro aufsuchte, eine leidenschaftliche Nacht mit ihr in einer gemieteten Villa. Das Mädchen, Jung-Im, möchte ihn nun heiraten, doch er schlägt es nieder und tötet es dabei. Von nun an werden er und seine Familie von Jung-Ims Geist heimgesucht. Als er ihr Grab aushebt, findet er dort jedoch nur eine Schaufensterpuppe — er ist einem Komplott aufgesessen, den Jung-Im und Villenbesitzer Kwak sich ausgedacht haben, um den Tod von Jung-Ims Eltern auf Kims Firmengelände 15 Jahre zuvor zu rächen.
Südkoreanische Pseudo-Geistergeschichte in gewohnt atmosphärischer Machart von Horror-Experte Yun-Kyo Park ("Two Women from the Nether World"/"Yogwon goegwon", 1982), gegen Ende hin mit einigen grandiosen, farbenfroh ausgeleuchteten "Geister"-Szenen, die jedoch dadurch relativiert werden, dass der ganze Spuk sich zu guter Letzt mal wieder als gar irdisches Machwerk entpuppt. Während des gesamten Films sind deutliche Parallelen zu Regisseur Du-Yong Lees Film "The Haunted Villa" ("Gwihwa sanjang") aus dem Vorjahr (1980) zu erkennen. Der bisweilen verworrenen Inszenierung ist ohne fundierte Koreanisch-Kenntnisse allerdings nur schwer zu folgen. Die einzige Heimkino-Veröffentlichung dieses Films weltweit war die südkoreanische VHS-Verleihvideo-Fassung von 1983, der ein sichtlich mitgenommener Kinoprint mit Filmrissen und unzähligen Verschmutzungen als Vorlage diente. Auch bekannt als "A Ghost's Wedding Dress" und "The Haunted Wedding Dress".



Two Women from the Nether World
Originaltitel: Yogwon goegwon  (妖拳怪拳  /  요권괴권)
Produktion: Südkorea, 1982 (Farbe)
Han Jin Enterprises Co. Ltd.
Regie: Yun-Kyo Park.
Cast: Ki-Ju Kim, Ae-Kyung Kim, Young-Kook You, Yun-Ju Ji, Rak-Hui Jo, Jeong-Eun Kim, Yeong Kim, Gi-Jong Kim, Seok Choe.
99 Minuten (NTSC)
Chi-Hwan Kim, der finstere Magistrat der Provinz Ok-Ra, löscht mit seiner Anhängerschaft aus Machtgier die gesamte Familie seines Konkurrenten Min-Bu Lee aus. Der Geist von dessen Ehefrau Yun, welche Kim zusammen mit ihrem kleinen Sohn aufhängen liess, findet jedoch keine Ruhe und plant blutige Rache. Dazu beschwört Yuns Geist auch die Geister der getöteten Töchter Jang-Hwa und Hong-Ryeon aus der Unterwelt, die sich an der boshaften Stiefmutter Heo rächen wollen, welche als Vertraute und Dienerin des Magistraten amtet und dessen Verbrechen unterstützt. Auch den Geist des einstigen Hausmädchens Suk (sie beging Selbstmord, nachdem Kim sie kurz vor ihrer Hochzeit vergewaltigt hatte) holt Yun ins Diesseits zurück. Zusammen rücken die vier wiedergeborenen Geisterfrauen dem Finsterling Kim und seiner Dienerin zu Leibe. 
Der koreanische Horror-Spezialist der 1970er und 1980er Jahre Yun-Kyo Park ("Thousand Year Old Wolf"/"Cheonnyeon baekrang", 1983) präsentierte mit diesem wilden Geister-Spektakel eine weitere Variation der in Südkorea mehrfach (bis 2009 acht Mal inklusive vorliegender Version) verfilmten Geistergeschichte von Jang-Hwa und Hong-Ryeon aus der Chosun-Ära (1392-1897), deren bekannteste Film-Variante aus dem Jahr 2003 ("A Tale of Two Sisters — Der Fluch der 2 Schwestern"/"Janghwa, Hongryeon") sogar den deutschen Sprachraum erreichte (die früheste Verfilmung, die leider lange verschollene "The Story of Jang-Hwa and Hong-Ryeon"/"Janghwa Hongryeon jeon", geht zurück auf das Jahr 1924!). Diese obskure, wie praktisch alle koreanischen Genre-Filme dieser Zeit ausserhalb Südkoreas niemals gezeigte Version serviert Park mit prächtigen Kulissen und Schauplätzen (viele stimmige Aussenaufnahmen alter Tempel) sowie nicht nur einer, auch nicht zwei (die beiden "Frauen aus der Zwischenwelt" des internationalen Titels dürften Jang-Hwa und Hong-Ryeon sein), sondern gleich vier Geisterfrauen auf Rache-Mission; dazu gibt es Kung-Fu, etwas Erotik und auch ein klein wenig Humor (glücklicherweise nicht zuviel davon) — die "Exploitation"-Elemente konnten im Südkorea der frühen 1980er Jahre deutlich angehoben werden.


Cemetery of Regret
Originaltitel: Wonhan-ui gongdongmyoji  (怨恨共同墓地  /  원한의 공동묘지)
Produktion: Südkorea, 1983 (Farbe)
Hap Dong Films Co. Ltd. (Habdong Films)
Regie: In-Su Kim.
Cast: Eun-Kyung Kwak, Am Park, Sung-Ha Shin, Kun Hwang, Sang-Ho Ju, Eun-Ju O, Young-Hwa Oh, Tae-Il Han, Kyoo-Young Chung, Myeong-Sun Yoo.
90 Minuten (NTSC)
Ein Skelett erhebt sich aus seinem Grab. Es ist der Geist So-Yahs, und er ist auf dem Weg in ein koreanisches Dorf, um sich am mächtigen Gemeindeoberhaupt Jo zu rächen. Es ist die Zeit der Koryo-Dynastie (918-1392), und So-Yahs Geist bedient sich einer Katze, um ihre Kraft in den Körper von Jos Zweitfrau, Young-Rang, zu transferieren. Fortan stehen blutige Morde auf der Tagesordnung, die Jo bald mit Katzen in Verbindung bringt. Auf seine Order hin beginnt ein Katzen-Schlachten, was den Geist schwächt, doch nicht besiegt. Jo hat So-Yah auf dem Gewissen, denn er tötete ihren Mann Jun Huh und vergewaltigte sie, worauf sie sich das Leben nahm. Eine Katze trank dabei ihr Blut. Der Finsterling sucht Hilfe bei einem buddhistischen Priester, um den "grudge ghost" (grollender Geist) zu vernichten.  
Ein weiterer im Westen vollkommen unbekannter und mangels Zugänglichkeit ungesehener südkoreanischer Geister-Horrorfilm, inszeniert 1983 von In-Su Kim, der auch andere atmosphärische und elusive Schocker wie "Heubhyeolgwi yanyeo" ("The Vengeful Vampire Girl", 1981) oder "Minyeo gongdongmyoji" ("Cemetery of Beautiful Women", 1985) gedreht hat. Bestach bereits "The Vengeful Vampire Girl" durch tolle Kulissen und ausgefeilte Beleuchtung, so machten In-Su Kim und sein Drehbuchautor Si-Yeon Kim auch hier (fast) alles richtig — "Cemetery of Regret" (manchmal auch als "Public Cemetery of Grudges" bezeichnet) verbreitet Atmosphäre aus jedem Frame, ist blutig, sexy, voller überraschender Wendungen und wartet mit nächtlichen Friedhöfen, Blitzschlag, durch die Sets waberndem Nebel, schönen Kostümen und den als Horrorfilm-Kulissen bestens geeigneten alten Tempelbauten der Koryo-Dynastie auf, von einer regelrechten Armee blutrünstiger Geister-Katzen ganz zu schweigen. Dies ist locker einer der atmosphärischsten Geisterfilme, die je gedreht wurden. Die weltweit einzige Veröffentlichung dieses Films war die südkoreanische Verleih-VHS des Labels "A-Joo Videoproduction Co., Ltd." von 1988 (rar und schwer zu finden). Das koreanische Filmarchiv (KOFA) hält zwei 35-mm- und drei 16-mm-Prints des Films. Eine Warnung für Katzenliebhaber muss allerdings sein: Diverse der beliebten Haustiere wurden in diesem Film arg misshandelt (und mutmasslich getötet).



The Flying Monster
Originaltitel: Bicheon goesu  (飛天怪獣  /  비천괴수)
Produktion: Südkorea, 1984 
(Farbe)
Woo Sung Enterprises Co. Ltd. (Woosung Productions)
Regie: Jeong-Yong Kim.
Cast: Ki-Ju Kim, Hye-Kyeong Nam, Da-Hye Kim, Tai-Sun Moon, Uk Kim, Cheol Jang, Hae-Lim Lim, Sung-Kwan Choe, Tai-Sung Lee, Myeong-Sun Yoo.
87 Minuten (NTSC)
Der Forscher Dr. Kim erforscht Meeresströmungen und ihre Auswirkungen auf die Küste. Eine vorwitzige Reporterin schleust sich als Kindermädchen bei ihm ein, um seine Arbeit auszuhorchen. Derweil findet Kims kleine Tochter ein gigantisches Ei, das einem vogel-ähnlichen Flug-Ungeheuer gehört. Bald steigen mehr und mehr grausliche Monster aus dem Meer und sorgen für Randale in Koreas Küstenstädten.
Eine ganze Armada von Monstern taucht auf in diesem raren koreanischen Monsterfilm aus den 1980er-Jahren, wobei man sich für einen Grossteil der FX-Szenen freimütig bei japanischen "Ultraman"-Serien bediente. Der gegen Ende auftauchende, der "Manda" aus dem japanischen Science-fiction-Film "U-2000 — Tauchfahrt des Grauens" (1963) ähnelnde chinesische Drache stammt allerdings aus dem seltenen taiwanischen Monsterfilm "Tsu Hong Wu" (1971). Ein Teil der verwendeten Musik wurde von "Star Trek II — Der Zorn des Khan" (1982) und "Krieg der Sterne" (1977) recycelt. Und obwohl dies alles wild zusammengeklaut ist, sorgt der sich ungewöhnlich ernst nehmende Film für gehörigen Spass und ist trotz naiver Geschichte bisweilen richtig rührend, denn zusammengebastelt hat der Regisseur Jeong-Yong Kim dies alles vorzüglich, und wie man einen Film spannend inszeniert, wusste er offensichtlich auch. Ob dieser Film je wieder eine Veröffentlichung sehen wird, ist angesichts der Copyright-Situation allerdings wohl eher fraglich.




The Night of Burning Bone and Flesh
Originaltitel: Ppyeo-wa sal-i taneun bam  (뼈와 살이 타는 밤)
Produktion: Südkorea, 1985 
(Farbe)
Se Kyung Enterprises Inc. (Se-Kyeong Productions)
Regie: Myeong-Hwa Cho.
Cast: Geon-Su Ma, Jeong-Ae Lee, Ji-Hye Han, Maria Jo.
88 Minuten (NTSC)
Der Fotograf Jun-Sik stolpert im Wald über eine Halskette, deren Anhänger das Foto einer jungen, in Rot gewandeten Frau zeigt. Er entfernt das Foto und fügt jenes seiner Frau ein, um ihr die Kette zu schenken. Da erblickt er zu seiner Überraschung eben jene Frau, deren Foto er gefunden hat. Sie heisst Chung-Ah — und ist ein Geist. Sie erzählt ihm, dass sie in einem anderen Leben in der Vergangenheit Geliebte waren. Von nun an erscheint sie Jun-Sik jede Nacht, verfolgt ihn und treibt ihn zunehmend in den Wahnsinn. Jun-Sik glaubt die Lösung zu finden, wenn er Chung-Ahs sterbliche Überreste zu Asche verbrannt. Doch auch unter dem Schutz buddhistischer Mönche ist er nicht vor dem liebestollen Geist mit dem roten Regenschirm sicher.
Ein erotischer Geister-Horrorfilm mit Mystery-Touch von 1985 aus Südkorea. Dieser ultra-obskure Film zeigt für einmal einen weiblichen Geist, der aus einem roten Regenschirm kommt, und ist auch ansonsten ziemlich seltsam; die Handlung ist bisweilen schwer nachvollziehbar. Kein Wunder, denn die einzige Möglichkeit, den Film zu sehen, ist die uralte und seltene südkoreanische VHS-Video-Veröffentlichung. Eine irritierende Szene zeigt die blutige Ausweidung eines weissen Kaninchens. Das Ende des Films weicht etwas ab von der Handlung, die auf koreanischen Websites angegeben wird.



Cry of a Woman
Originaltitel: Yeogokseong  (女哭聲  /  여곡성)
Produktion: Südkorea, 1986 
(Farbe)
Kukje Films
Regie: Hyeok-Su Lee.
Cast: In-Soo Sok, Gi-Jong Kim, Kye-In Lee, Yun-Hui Kim, Yun-Jeong Hong, Du-Yeol Choe, Myeong-Jin Hong, Mi-So Kim, So-Yeon Kim.
88 Minuten (NTSC)
Korea, irgendwann während der Chosun-Ära. Der Geist einer Frau weint in seinem Grab. Die junge Ok-Bun wurde zur Heirat an die verarmte Familie des Familien-Oberhaupts Kyung-Jin Lee verkauft. Ihr Ehemann Myung-Kyu jedoch stirbt noch in der Hochzeitsnacht — umgebracht von einem Geist. Auch Ok-Buns Schwägerinnen Young-Suk und Kyung-Ran, welche Brüder von Ok-Buns Ehemann ehelichten, verloren ihre Ehemänner in ihrer Hochzeitsnacht. Dies ist das Werk des Geistes von Wol-Ah, der längst unerkannt und abwechselnd von diversen Mitgliedern der Familie Lee Besitz ergriffen hat und sich näher und näher zu Kyung-Jin mordet, der sie dereinst tötete. Auch religiöse Amulette vermögen den Geist Wol-Ahs nicht zu bannen.
Koreanische Tempel, Friedhöfe bei Nacht, offene Gräber mit herumliegenden Skeletten, wallende Nebel, ein Geist, der Flammenbälle verschiesst; dazu schöne Frauen, eine Frau (Ok-Bun) mit einem tätowierten "Manji"-Schriftzeichen (
) auf der Brust, welches Laserstrahlen schiessen kann und generell auf Geister ähnlich wirkt wie das Kruzifix auf (westliche) Vampire — und eine Frau, die mit einem Grabstein (!) an einem Baum aufgehängt wird. Regisseur Hyeok-Su Lee und Drehbuchautor Sung-Soo Hur liessen sich für ihren abgedrehten Geister-Horrorfilm "Cry of a Woman", auch bekannt als "Woman's Wail", einiges einfallen, um die Zuschauer bei Laune zu halten. Wie praktisch alle koreanischen Filme dieses Alters (Drehzeit vor ca. 1990) ausserhalb Südkoreas in keinerlei Literatur verzeichnet und weitestgehend negiert, ist auch dieser Film im Westen vollkommen unbekannt — und in Korea selbst nur auf äusserst raren Verleih-VHS-Videokassetten aus den 1980er Jahren zu finden. Leider ist der Handlung des Films ohne Kenntnisse der koreanischen Sprache schwer zu folgen. Das "Korean Film Archive" (KOFA) hält noch je zwei 16- und 35-mm-Prints des Films.



Spark Man
Originaltitel: Seupakeu Maen  (스파크 맨)
Produktion: Südkorea, 1988 (Farbe)
Daewon Media
Regie: Kyeong-Sik Kim.
Cast: 
Ray Hyoung-Rae Shim, Hyeong-Bin Lee, Young-In Kim, Jeon-Ho Song, Jin-Kyoung Kim, Yun-Hui Park, Dong-Sam Kim, Jeong-Seol Park, Seok-Hyeon Jeong, Jin-Woong Hong, Yeon-Hong Ahn, So-Yeong Kim.

87 Minuten (NTSC)
Das Raumschiff "Heracles-mund" der Prinzessin der Zwillingssterne wird vom Raumschiff des bösartigen Weltraummonsters Baron und seinen zwei Henkern unter Beschuss genommen und stürzt schliesslich auf der Erde ab. Der schusselige Koreaner Hyung-Ki, seine designierte Freundin Su-Ji und vier Kinder beobachten den Niedergang des Schiffs als Sternschnuppe. In einer Höhle im Wald werden sie anschliessend Zeugen, wie die Prinzessin und zwei ihrer Gefolgsleute gegen die Monster Barons kämpfen. Schliesslich müssen sie einen kostbaren Kristall preisgeben, mit dem die Bösewichte verschwinden. Nach diversen Anlaufschwierigkeiten kann die Prinzessin Hyung-Ki endlich davon überzeugen, von ihr mit übernatürlichen Kräften ausgestattet und zu "Spark Man" ("Funkenmann") zu werden, um das Juwel zurückzuholen und Baron und seine Brut zu besiegen. Nachdem er Su-Ji aus den Fängen Barons befreit hat, sieht sich Spark Man einem riesigen "Mecha"-Roboter Barons gegenüber. Doch auch die Prinzessin kann einen eigenen "Mecha", "Queen Robot", stellen. 
Ray Hyoung-Rae Shim, auch bekannt als "Young-Gu" nach dem von ihm erfundenen Filmcharakter, wandelt hier auf den Spuren von ebendiesem als schusseliger Tollpatsch, der wider Willen zum titelgebenden Weltraum-Superkämpfer "Spark Man" (koreanisch "Seupakeu Maen") mutiert — auch wenn er hier für einmal einen anderen Namen ("Hyung-Ki") trägt. Ansonsten atmet dieser typische Vertreter eines kinder-orientierten koreanischen Science-fiction-Films ("Teugchwalmul"/"특촬물"), wie sie in den 1980er und 1990er Jahren in grosser Zahl entstanden, durch und durch den Geist der japanischen "Tokusatsu"- oder "Spezialeffekte"-Serien und -Filme aus den Tôei-Filmstudios, deren Machart sie so offensichtlich kopieren. Spezialeffekte werden hier erfreulicherweise weitgehend in "Live-Action"-Sequenzen mit putzigen Modellen dargestellt (in einer Rückblende und im Finale werden auch einige animierte Szenen dazwischengeschnitten), die Monstermasken stehen jenen der japanischen Vorbilder tatsächlich in nichts nach. Auch bekannt als "번개인간 스파크 맨"/"Beongae ingan Seupakeu Maen" ("Lightning Human Spark Man"). In Südkorea erschien 1989 offenbar auch ein Videospiel zu diesem Film.



The Aliens and Kong Kong Zombie
Originaltitel: Oegyein-gwa Kong Kong kang-si  (외계인과 콩콩강시)  / 
Tian cai xiao jiang shi  (天才小殭屍
Produktion: Südkorea/Hongkong, 1989 (Farbe)
Hwa Pung Enterprises Co. Ltd. (Hwapung Films)
Regie: Seung-Ho Ahn.
Cast: Myeong-Hie Kim, Seong-Yeong Hong, Byeong-Han Yu, Won-Rae No, Gyeong-Su Jeon, Sang-Uk Kim, Hwa Mi, Gye-Hwa Do.
80 Minuten (NTSC)
Eine fliegende Untertasse schwebt über einem Friedhof ein und erweckt zu geklauter Musik aus "Barbarella" (sic) eine Armada hüpfender Zombie-Kinder (koreanisch: 강시 kang-si; chinesisch: kyonsi) zum Leben. Ihr Anführer ist ein Geistermädchen, das bei einer Entführung ums Leben kam und nun auf Rache an den Geisel-Gangstern sinnt. Nachdem diese von ihrer ungewöhnlichen Gegnerschaft ausreichend verunsichert sind, sichern sie sich die Hilfe eines ebenso hysterischen wie unfähigen Taoisten zu, um die marodierenden kang-si in Schach zu halten.
Dies ist ein Kinderfilm. Mit Zombies, Blut, fiesen Kidnappern, Kung-Fu-Einlagen und einem UFO, animiert gemäss dem Credo: "Wir haben keine Ahnung, wie wir das hinkriegen könnten, aber wir machen es auf jeden Fall". Der Film wird seinem unbezahlbaren englischen Titel durchaus gerecht; glücklicherweise gibt es genügend Szenen mit Erwachsenen-Thematik, die ein Abdriften in einen reinen Kinderfilm verhindern (zumal die hier gezeigte Gewalt, trotz gelegentlicher Slapstick-Einlagen, in keinem westlichen "Kinderfilm" geduldet würde).
Offensichtlich ein koreanischer Versuch eines "Cash-in" zu den damals enorm populären "Mr.-Vampire"-Kyonsi-Spektakeln aus Hongkong. Für Fans von: Korea-Weirdness, "Mr. Vampire", Kyonsi und indonesischen Horrorfilmen mit inexistenter Set-Beleuchtung. Und Barbarella.




Young-Gu and Dinosaur Zu-Zu
Originaltitel: Yeong-Gu-wa gonglyong Jjyujjyu  (영구와 공룡 쮸쮸)
Produktion: Südkorea, 1993 (Farbe)
Zero Nine Entertainment/Younggu-Art Movies (Younggu-Art Corp.)
Regie: Ray Hyoung-Rae Shim.
Cast: Ray Hyoung-Rae Shim, Jong-Chol Yang, Won-Seop Seo, Chan-Ho Seo, Seong-U O, Seong-Suk Hong, Hyun-Soon Lee, Bong-Jin Jin, Il-Ju Yoon, Jong-Sel Park.
85 Minuten (NTSC)
Young-Gu ist ein etwas zurückgebliebener koreanischer Grundschüler. Eines Tages findet er beim Versteckenspielen auf dem Schulweg in einer Höhle ein riesiges Ei, aus dem prompt ein kleiner Dinosaurier namens "Prinzessin Zu-Zu" ausschlüpft. Fortan versucht er die Kreatur vor seinen steinewerfenden Klassenkameraden und drei Gangstern zu beschützen, welchen es allerdings gelingt, das Saurier-Baby samt Nervensäge Young-Gu zu kidnappen. Doch dann bricht Zu-Zus Mutter (?) aus einem Felsen hervor. Der gigantische Saurier marschiert in die koreanische Hauptstadt Seoul und findet das Hochhaus, in dem die Kidnapper sein Baby sowie Young-Gu festhalten. Weder Panzer noch die Luftwaffe können die Kreatur stoppen. 
Für diesen Monsterfilm für Kinder, auch als "Young-Gu and Princess Zzu-Zzu" geläufig, schlüpfte der koreanische Komiker und Kino-Spezialeffekte-Pionier Hyoung-Rae Shim ("Ray Shim") ein weiteres Mal in seine Paraderolle als ungelenker Schüler "Young-Gu", die er von 1989 bis 1993 bereits insgesamt sieben Mal in Filmen wie "Young-Gu and Ttangchili 4 — The Hong Kong Granny Ghost" ("Yeong-Gu-wa Ttaengchil-i 4tan — Hongkong halmaegwisin", 1991) oder "Young-Gu and Count Dracula" ("Yeong-Gu-wa heubhyeolgwi Deulakyula", 1992) verkörpert hatte. Daneben war er auch Darsteller in etlichen der neun "Ulemae-from-Outer-Space"-Filme, einer koreanischen Science-fiction-Filmreihe (vornehmlich) für Kinder (1986-1993). Später sollte der heute (2015) allerdings hochverschuldete Shim mit den Monsterfilmen "Reptilian" ("Yonggary", 1999) und "Dragon Wars — D-Wars" ("Di-weo", 2007) auch international für einige Furore sorgen. "Young-Gu and Dinosaur Zu-Zu" war der bis anhin ambitionierteste Film der "Young-Gu"-Reihe und präsentierte zum Ende hin tatsächlich ein Monster von "Godzilla"-Ausmassen, wobei Shim die Geschichte von älteren Monsterfilmen wie "Gorgo" (England 1960) oder "Gappa — Frankensteins fliegende Monster" ("Daikyojû Gappa", Japan 1967) und das Design des Dinosauriers bei Koreas "hauseigenem" Monster aus dem Film "Yongary — Das Monster aus der Tiefe" (auch: "Godzillas Todespranke"; im Original: "Taekoesu Yonggary", 1967) abschaute. Grundvoraussetzung, diesen Film zu überstehen ist es, Young-Gu ertragen zu können; Saurier-Kostüme und Modell-Arbeiten sind hier — trotz Entstehungsjahr 1993 — auch etwa gegenüber dem Original-"Yonggary" von 1967 eher als Rückschritt zu werten. Interessanterweise kann der Film hingegen mit einigen grossartig (und teils in verschiedenen Farben) ausgeleuchteten Sets (Höhle, Tempel) punkten, die für das allgemeine Geschehen schon wieder viel zu gut aussehen, und zum Finale werden überraschenderweise eine ganze Menge (echte) Panzer aufgefahren. Richtig peinlich sind dann widerum die Szenen mit der Luftwaffe, die effektiv aussehen, als seien sie irgendwann mal aus einer Dokumentation oder einer Nachrichtensendung am Fernsehen aufgenommen und schliesslich in diesen Film geschnitten worden. Unter dem Strich ist "Young-Gu and Dinosaur Zu-Zu" ein Monsterfilm im "Godzilla"-Stil, allerdings ungleich infantiler und ohne das Budget seiner Vorbilder.



Tyranno's Claw
Originaltitel: Tilano-ui baltob  (티라노의 발톱)
Produktion: Südkorea, 1994 
(Farbe)
Zero Nine Entertainment/Younggu-Art Movies (Younggu-Art Corp.)
Regie: Ray Hyoung-Rae Shim.
Cast: Ray Hyoung-Rae Shim, Sae-Gil Shin, Chan-Ho Seo, Jin-Hyeong Ahn, Se-Beom Park, Yong-Am Lee, Jong-Chol Yang, Dong-Seong Bae, Min-Seok Kim, Mun-Sik Jo, Seong-U O.
86 Minuten (NTSC)
In grauer Vorzeit leben Urmenschen und Saurier gemeinsam auf der Erde. In dieser prähistorischen Welt lebt ein Stamm von Menschen, der seine beim hünenhaften Stammesführer in Ungnade Gefallenen einem riesigen Tyrannosaurus opfert, der in einer Höhle haust, vor der sich Skelettreste türmen. Als dem Monster eine junge Frau geopfert werden soll, wird sie von einem Stammesangehörigen befreit. Die beiden begeben sich auf eine waghalsige Flucht vor den Schergen ihres Meisters und erleben dabei Abenteuer mit Sauriern, allerlei anderem Getier und weiteren Urmenschen. 
Der koreanische Komödiant, Science-fiction-Filmemacher und Spezialeffekte-Pionier Ray Hyoung-Rae Shim drehte mit seinen Firmen Zero Nine Entertainment und Younggu-Art Movies die auch international vertriebenen Monsterfilme "Reptilian" ("Yonggary", 1999) und "Dragon Wars — D-Wars" (2001-2007). Zuvor gelangte er in Südkorea durch seinen Charakter "Young-Gu" zu einiger Popularität und drehte auch diverse nie im Westen aufgeführte Science-fiction- und Monsterfilme wie "Young-Gu and Dinosaur Zu-Zu" (1993), "Power King" (1995) oder "Dragon Tuka" (1996). Sein prähistorisches, sichtlich von Steven Spielbergs Welthit "Jurassic Park" (1993) inspiriertes Saurier-Spektakel "Tyranno's Claw" drehte er, ähnlich älteren Urmenschen-/Saurier-Filmen wie "Eine Million Jahre vor unserer Zeit" (1966) oder "Als Dinosaurier die Erde beherrschten" (1970), ohne echte Sprache. Der ausserhalb Südkoreas nie offiziell gezeigte Film setzt noch auf altbewährte Suitmation-Tricktechnik und enthält einige interessante, doch auch ziemlich viele im Jahr 1994 eher peinliche Spezialeffekte sowie eine Dosis infantilen Humor. Langweilig wird es durch zahlreiche Saurier-Auftritte jedoch nie, auch wenn der Film die auf dem VHS-Cover abgebildeten Sauropoden leider vorenthält.



Power King
Originaltitel: Power King  (파워킹)
Produktion: Südkorea/USA, 1995 (Farbe)
Zero Nine Entertainment/Younggu-Art Movies (Younggu-Art Corp.)/Master Film International
Regie: Ray Hyoung-Rae Shim.
Cast: Ray Hyoung-Rae Shim, Yeong-Eon Kim, Seok-Hyeon Kim, Ricky Jin-Tae Jeon, Gu-Hang Gwak.
71 Minuten (NTSC)
Lucas, der "Imperator der Finsternis", reisst auf dem Planeten Andromeda (sic) die Macht an sich und nimmt König Gaus, den bisherigen Herrscher, gefangen. Gaus' Tochter, Prinzessin Shou-Shou, und eine Beschützerin, die Kriegerin Sally, fliehen, verfolgt von Lucas' riesigem Raumschiff, zur Erde und landen in einem Wald in Südkorea. Kurz darauf machen sie Bekanntschaft mit Young-Gu und Yang-Gu, zwei nerdigen Teenagern, die gerade dabei sind, eine ihrer "Erfindungen" zu testen. Nach einigen Missverständnissen wird bei Young-Gu Shou-Shous Halskette mit einem Medaillon (hinter dem auch Lucas her ist) aktiv und verwandelt den schusseligen Tolpatsch in den Weltraum-Superkämpfer "Power King". Der muss die Truppe vor Lucas' Henkern Sanal, Lucifer und Monster (sic) beschützen, deren anhaltende Erfolglosigkeit den Imperator dazu bewegt, eine ganze Armee in Marsch zu setzen. Die Präsenz der Alien-Soldaten in den Wäldern ruft wiederum die koreanische Luftwaffe auf den Plan. 
Ein actiongeladener und spezialeffektereicher Science-fiction-Film, der wie die meisten koreanischen "SF"-Filme gerade dieser Zeit vorwiegend auf ein jüngeres Publikum zugeschnitten war. Regisseur und Darsteller Ray Shim (eigentlich: Hyoung-Rae Shim; "Young-Gu and Dinosaur Zu-Zu"/"Yeong-Gu-wa gonglyong Jjyujjyu", 1993; "Tyranno's Claw"/"Tilano-ui baltob", 1994; "Reptilian"/"Yonggary", 1999; "Dragon Wars — D-Wars"/"Di-weo", 2007) schlüpfte dafür wieder in seine Paraderolle als nerdige Nervensäge "Young-Gu" (nach der er sogar seine eigene Filmproduktionsgesellschaft benannte), die hier aber dankenswerterweise völlig von der Bildfläche verschwindet, nachdem aus Young-Gu der titelgebende "Power King" wird. Der Film bedient sich fröhlich-unbedarft bei Ideen und Designs anderer Science-fiction-Produktionen, äusserst offensichtlich etwa beim dritten Teil der "Star-Wars"-Trilogie, "Die Rückkehr der Jedi-Ritter" ("Return of the Jedi", 1983; die fliegenden Gefährte und deren Verfolgungsjagden in den Wäldern), aber auch bei Filmen wie Gary Goddards "Masters of the Universe — Kämpfer im Weltraum" ("Masters of the Universe", 1987; die Invasion der Alien-Soldaten) oder Paul Verhoevens "RoboCop" (1987; der offensichtlich hiervon abgekupferte Kampfroboter), wobei er in seiner Machart stark an die japanischen Filme Keita Amemiyas ("Future Ninja"/"Mirai ninja: Keigumo kinin gaiden", 1988; "Zeiram", 1991; "Mechanical Violator Hakaider"/"Jinzô ningen Hakaidâ", 1995) und das Design seines Helden an jenes aus den beiden "Guyver"-Filmen ("Mutronics — Invasion der Supermutanten"/"Guyver", 1991; "Guyver — Dark Hero", 1993) erinnert. Ein Grossteil der Trickaufnahmen aus "Power King" (der nur in Südkorea gezeigt wurde) fand sich im darauffolgenden Jahr (1996) im amerikanischen Film "Armicron — Retter aus dem All" ("Outlaw Power"; im deutschen Sprachraum auf Video auch "Power Warriors — Nur einer kann die Erde retten") wieder, welcher ansonsten die gleiche Geschichte mit US-Schauspielern nachstellte.



Dragon Tuka
Originaltitel: Deulegon Tuka  (드래곤 투카)
Produktion: Südkorea, 1996 (Farbe)
Zero Nine Entertainment/Younggu-Art Movies (Younggu-Art Corp.)
Regie: Ray Hyoung-Rae Shim.
Cast:
Ray Hyoung-Rae Shim, Hye-Jin Min, So-Min Lee, Si-Nae Kim, Seong-Won Min, Mu Son, Jin-Uk Lee, Chang-Ho Seo, Seong-U O, Hyo-Man Ju.
85 Minuten (NTSC)
Ein ausserirdisches Raumschiff stürzt im Jahr 1599 auf der Erde ab und notlandet nahe einer Höhle. Gegenwart (1996): Der tollpatschige Young-Gu, mittlerweile Angestellter einer Pizzeria, spricht nach Feierabend mit einem alten Mann, der Kleider aus der Chosun-Ära (1392-1897) trägt. Young-Gu wird daraufhin in das Jahr 1599 zurückversetzt, wo der Drache Tuka die Bewohner eines Dorfes terrorisiert. Das Ungeheuer verlangt regelmässig nach der Opferung von Jungfrauen, deren Blut ihm und seinem Nachwuchs als Nahrung dient. Beschützt wird Tukas Höhle von seinem "Vater", dem Alien Tuma. Dieses sorgt für das Scheitern zahlreicher Helden (inklusive eines Trupps japanischer Ninja-Kämpfer), die eine ausgesetzte Prämie für die Vernichtung der Bestie kassieren wollen. Zwei andere Aliens vom Planeten Aristo wollen den mächtigen Drachen aufhalten, und einer von ihnen übernimmt Young-Gus Körper.
Der südkoreanische Komiker und Spezialeffekte-Fachmann Ray Shim (Hyoung-Rae Shim) schlüpfte für diesen Sci-fi-/Fantasy- und Monsterfilm einmal mehr in seine "Paraderolle" als ungelenker Young-Gu (der Name des Charakters stand auch Pate für Shims Filmproduktionsgesellschaft, "Zero Nine Entertainment/Younggu-Art Movies"). Zuvor hatte Shim in Südkorea bereits spezialeffekte-intensive Filme wie "Young-Gu and Dinosaur Zu-Zu" ("Yeong-Gu-wa gonglyong Jjyujjyu", 1993), "Tyranno's Claw" ("Tilano-ui baltob", 1994) oder "Power King" ("Pa-wo King", 1995) inszeniert (die alle ausserhalb Südkoreas nicht gezeigt wurden), später sollte Shim ausserdem die auch international vertriebenen "Reptilian" ("Yonggary", 1999) und "Dragon Wars — D-Wars" ("Di-weo", 2007) folgen lassen. Gegenüber seinen früheren Filmen zeigt "Dragon Tuka" erfreulicherweise eine deutliche Verbesserung der Spezialeffekte, der titelgebende Drache hat recht viel Leinwandzeit und vermag auch tricktechnisch meist zu überzeugen. In etlichen Nahaufnahmen erinnert sein Design vielleicht gar ein Stück weit an jenes der Kreatur "Pumpkinhead" in Stan Winstons gleichnamigem Horrorfilm von 1987 (deutscher Titel: "Das Halloween-Monster"). Auch einige CGI-Effekte kommen zum Einsatz. Da dies ein weiteres "Young-Gu"-Abenteuer und somit per se eher auf ein jüngeres Publikum zugeschnitten ist, kommen leider auch infantiler Humor und Shims übliches Grimassen-Schauspiel zum Zug, wobei sich beide gegenüber früheren Filmen des Regisseurs und Darstellers zum Glück in Grenzen halten. Wie alle früheren Filme Shims wurde "Dragon Tuka" nur in Südkorea (und auch da nur auf VHS-Video) veröffentlicht.



Into the Mirror — Im Spiegel lauert der Tod
Originaltitel: Geoul sokeuro  (거울속으로)
Produktion: Südkorea, 2003 
(Farbe)
Key Plus Pictures
Regie: Seong-Ho Kim.
Cast: Ji-Tae Yoo, Myeong-Min Kim, Hye-Na Kim, Ju-Bong Gi, Myoeng-Su Kim, Yeong-Jin Lee, Eun-Pyo Jeong.
113 Minuten (PAL)
Rätselhafte Todesfälle überschatten die mit viel Pomp angekündigte Neueröffnung des Kaufwarenhauses "Dreampia", das zuvor wegen eines verheerenden Brandes geschlossen wurde. Der Ex-Polizist Young-Min Woo, der an einem Trauma leidet wegen seines missglückten Einsatzes bei einem Geiseldrama, wird als Sicherheitschef des Kaufhauses von dessen Eigentümer, seinem eigenen Onkel, dafür verantwortlich gemacht, für möglichst wenig schlechte Presse zu sorgen. Doch die Todesfälle häufen sich, und immer wieder sterben Menschen scheinbar ohne Grund. Ihnen allen ist einzig gemein, dass sie dabei stets bei Spiegeln standen...
"Into the Mirror" gilt zurecht als einer der besten Horrorfilme Südkoreas der letzten Jahre und überrascht mit einer komplexen und verhältnismässig originellen Geschichte und vielen raffinierten Kameraeinstellungen. In der Hauptrolle glänzt "Old Boy" Ji-Tae Yoo ("Natural City", 2003; "Antarctic Journal — Das Phantom aus dem Eis", 2005). Das angedrohte US-Remake ist auch schon Tatsache.



Dragon Wars — D-Wars
Originaltitel: Di-weo  /  D-War  (디 워)
Produktion: Südkorea/USA, 2001-2007 (Farbe)
Zero Nine Entertainment/Younggu-Art Movies (Younggu-Art Corp.)/Showbox Entertainment
Regie: Ray Hyoung-Rae Shim.
Cast: Jason Behr, Amanda Brooks, Robert Forster, Craig Robinson, Aimee Garcia, Chris Mulkey, John Ales, Elizabeth Peña, Billy Gardell, Holmes Osborne, NiCole Robinson, Hyun-Jin Park, Hyo-Jin Ban, Ji-Hwan Min, Jong-Man Lee.
91 Minuten (NTSC/koreanische Fassung)/90 Minuten (NTSC/internationale Fassung)
Los Angeles, USA, 2007: Der Reporter Ethan Kendrick fühlt sich zu der 19-jährigen, ihm nur aus seinen Träumen/Visionen bekannten Sarah Daniels hingezogen, die er unbedingt finden muss, bevor dies jemand anderem gelingt — Buraki, einer 200 Meter langen sogenannten "Imoogi", einer Schlange aus der koreanischen Mythologie, die alle 500 Jahre versucht, die Erde zu erobern. Sarah und Ethan sind Reinkarnationen (Wiedergeburten) zweier Liebender namens Narim und Haram, die sich im Jahr 1507 im damaligen Korea opferten, um Buraki aufzuhalten. Sarahs Menschenopfer an ihrem bevorstehenden 20. Geburtstag würde es Buraki ermöglichen, sich in einen mächtigen, gottgleichen chinesischen Drachen (lóng — ) zu verwandeln. Nun steht die Riesenschlange mit einer ganzen Armee von Ungeheuern ("Atrox"-Armee) in ihrem Schlepptau vor den Toren von Los Angeles. 
Nachdem sein (auch schon mit westlichen Schauspielern gedrehter und auf den internationalen Markt zielender) Monsterfilm "Reptilian" ("Yonggary") von 1999 schon international gezeigt wurde, nahm der einstige südkoreanische Komiker, Spezialeffekte-Fachmann und Saurier-Fan Hyoung-Rae Shim ("Ray Shim") sein bislang grösstes Projekt in Angriff, "D-War: The Rebirth of Legend" oder schlicht "D-War". An den computergenerierten Spezialeffekten des Films, in dieser Form zuvor ungesehen im koreanischen Kino, tüftelten Shim und seine Tricktechniker mehr als sieben Jahre herum, und die Produktionskosten des Films schnellten in astronomische Höhen (schlussendlich betrugen sie wohl umgerechnet um die 75 Millionen US-$, wobei Schätzungen dazu weit auseinandergehen; mit Sicherheit allerdings war "D-War" die mit Abstand teuerste Produktion der koreanischen Kinogeschichte). Der Film wurde jedoch für seine angeblich zu dünne Geschichte, mässige Schauspieler und das Drehbuch heftig kritisiert und von Produzentenseite aus unverständlicherweise auf 91 Minuten (Südkorea) respektive 90 Minuten (international) zusammengekürzt — man hat denn auch stets den Eindruck, an der Geschichte wäre eigentlich noch mehr dran gewesen. Das ist schade, dennoch gelang es Shim hier nicht ungeschickt, eine massentaugliche Geschichte um die traditionellen Legenden gewaltiger koreanischer bzw. chinesischer Drachen zu stricken, die zwar schon in einigen alten (vornehmlich taiwanischen) Monsterfilmen ("Tsu Hong Wu", 1971; "The Legend of Mother Goddess", 1975; "The Saviour-Monk", 1975; "Sea God and Ghosts", 1977; "The Prince of Dragon King", 1977; "The Fairy and the Devil", 1982; etc.) zu Leinwand-Auftritten gelangten, doch die noch nie so beeindruckend im Kino zu sehen waren wie hier. Über die angewandten CGI- und Spezialeffekte-Sequenzen schliesslich lässt sich kaum diskutieren: Von (wenigen) Ausnahmen abgesehen, gehören diese mit zu den besten und spektakulärsten, die bislang im Kino zu sehen waren.



Epitaph
Originaltitel: Gidam  (기담  /  奇談)
Produktion: Südkorea, 2007 
(Farbe)
Film Dorothy (Dorothy Film)
Regie: Beom-Shik Jeong & Shik Jeong.
Cast: Goo Jin, Tae-Woo Kim, Dong-Gyoo Lee, Bo-Kyeong Kim, Joo-Yeon Ko, Eung-Soo Kim, Soo-Jeong Ye, Ji Yeo, Jin-An Jeong, Jae-Hwan Choi, Ho-Seok Kong, Moo-Song Jeon, Ji-Won Uhm.
102 Minuten (NTSC)
Ein koreanischer Arzt erinnert sich zurück an Ereignisse aus dem Weltkriegsjahr 1942, als rätselhafte Morde an japanischen Soldaten die Besatzer in Atem hielten und er sich in eine tote Frau verliebte, die tatsächlich zur arrangierten Heirat mit ihm unterwegs war.
Der Debut-Film der Jeong-Brothers ist ein eher subtiler, zweifellos ambitionierter Geister-Horrorfilm mit vielen schönen Bildern. Erfreulich, dass er trotz seines Themas erstaunlich unpolitisch daherkommt, schade, dass er durch die verschachtelte Erzählweise bisweilen kaum nachvollziehbar ist — ein Eindruck, der zumindest beim ersten Ansehen evident in Erscheinung trat.






Muoi: The Legend of a Portrait
Originaltitel: Meui  /  Muoi  (므이)
Produktion: Südkorea/Vietnam, 2007 
(Farbe)
Billy Pictures/CJ Entertainment/Donuts Media/Popcorn Films/Phuoc Sang Film Studio
Regie: Tae-Gyeong Kim.
Cast: An Jo, Ye-Ryeon Cha, So-Hee Hong, Joon Lee, Seong-Eon Lim, Thu Anh, Minh Binh, Dong-Yeob Ko, Hong Anh, Yong-Tae Kim.
94 Minuten (NTSC)
Eine junge südkoreanische Schriftstellerin reist nach Vietnam, um der Geistergeschichte von "Muoi" auf die Spur zu kommen. Natürlich wird sie schon bald von dieser eingeholt, mit tödlichen Folgen.
Die 3 Millionen US-$ teure Produktion war offenbar die erste Gemeinschaftsproduktion von Südkorea und Vietnam in der Filmgeschichte. Ein ästhetisch gefilmter Geister-Horrorfilm, der durch seinen exotischen Schauplatz an Reiz gewinnt. Wären die Hauptfiguren noch etwas sympathischer, hätte es zu einem wirklich tollen Film gereicht. In Vietnam konnte der Film nur in einer geschnittenen Fassung aufgeführt werden.






Sector 7
Originaltitel: 7 gwanggu  (7광구  /  七鑛區)
Produktion: Südkorea, 2011 
(Farbe)
CJ Entertainment/JK Film
Regie: Ji-Hun Kim.
Cast: Ji-Won Ha, Sung-Kee Ahn, Ji-Ho Oh, Ae-Ryeon Cha, Han-Wi Lee, Cheol-Min Park, Sae-Byeok Song, Jeong-Hak Park, Yeong-Soo Park, Hon-Ey Rhin.
101 Minuten (NTSC)
Nahe der Südküste der Insel Cheju, im sogenannten Sektor 7, befindet sich eine koreanische Öl-Bohrinsel. Der erfahrene Leiter der Station, Captain Jeong-Man, will einer Anweisung seiner Vorgesetzten Folge leisten, welche die Aussichten, in Sektor 7 auf Öl zu stossen, als gering einstufen und beabsichtigen, die Mission zu beenden. Jeong-Mans Nichte, Powerfrau Hae-Jun, wehrt sich jedoch resolut dagegen und setzt sich schliesslich durch. Eine verhängnisvolle Entscheidung, denn obwohl Hae-Jun Recht behält, kostet sie zahlreiche Crew-Mitglieder das Leben, als ein riesiges, mutiertes Monster aus dem Meer an Bord der Station gelangt. Und was weiss Jeong-Man darüber? 
Im Jahr 2006 erreichte der sozialkritische und düster-sarkastische Science-fiction-/Monsterfilm "The Host — Das Monster" in Südkorea über 13 Millionen Zuschauer und gelangte sogar zu Kinostarts in Europa und Amerika. Gross war deshalb die Erwartung, als in Südkorea mit "Sector 7" ein neuer, thematisch ähnlich gelagerter Film an den Start ging. Damit war die Messlatte in einer Höhe gelegt, die "Sector 7" unmöglich erreichen konnte, weswegen er bei der Kritik heftig durchfiel. Anstatt schwarzem Humor und bösen Seitenhieben auf die koreanische Gesellschaft servierte "Sector 7" dem Publikum "nur" konventionell-routinierte Monster-Kost, die bei einem durchaus gut gemachten Monster leider äusserst vorhersehbar und arm an Überraschungen daherkommt. Auch Shooting-Star Ji-Won Ha ("Neun Leben", 2000; "The Phone", 2002) vermag dem Film keine entscheidenden Impulse zu geben. "Sector 7" ist — 22 Jahre später — quasi "Deep Star Six" auf dem Wasser, einfach mit koreanischen Darstellern.



The Cat
Originaltitel: Go-hyang-i: Jook-eum-eul bo-neun doo gae-eui noon  (고양이: 죽음을보는 두개의눈)
Produktion: Südkorea, 2011 
(Farbe)
It's NEW (Next Entertainment World)/KD Media
Regie: Seung-Wook Byeon.
Cast: Min-Young Park, Dong-Wook Kim, Ye-Ron Kim, Min-Jae Kim, Da-Eun Sin, Sang-Hee Lee, Seok-Hyeon Jo, Hyun-Young Park, Ga-Hyeon Yun, I-Suk Seo.
105 Minuten (NTSC)
So-Hee ist eine Katzencoiffeuse und arbeitet in einem kleinen Geschäft. Seit einem traumatischen Erlebnis in ihrer Jugend leidet sie an Klaustrophobie und kann sich nicht in geschlossenen Räumen oder Aufzügen aufhalten. Als eine Kundin, deren Katze Silky So-Hee zurechtgemacht hat, in einem Aufzug stirbt, nimmt So-Hee auf Bitten ihres Jugendfreundes und jetztigen Polizeioffiziers Joon-Seok Silky in Gewahrsam. Fortan sieht sie ein unheimliches kleines Mädchen. Dieses Mädchen ist ein Geist, und hat bald auch So-Hees Freundin Bo-Hee auf dem Gewissen.
Spannender, in einigen Szenen unheimlicher und auch relativ origineller Geister-Horrorfilm des noch recht unerfahrenen Regisseurs Seung-Wook Byeon, für den "The Cat" offenbar der erste Horrorfilm war. Dies ist dem Film allerdings in keiner Weise anzumerken. Zwar ist dies ein koreanischer Geister-Horrorfilm in typischer Manier und keineswegs ein Tier-Horrorfilm, wie man es aufgrund des Titels vielleicht vermuten mag. Dennoch ist die Idee mit der Katze als Träger eines Geistes gelungen und tragen die Katzen in diesem Film viel zu unheimlicher Atmosphäre bei. Von letzterer hat der durchweg ästhetisch gefilmte und mit sehr guter Bildqualität aufwartende Film einige zu bieten, die 25-jährige Hauptdarstellerin Min-Young Park ist süss und eine echte Sympathieträgerin, mit der man mitfühlt und wie man sie in vielen modernen Horrorfilmen vergeblich sucht. Koreanische (Horror-)Filme sind allgemein durchweg auf recht hohem formalem Niveau anzusiedeln, und auch unter dieser Prämisse ist "The Cat" einer der besseren Filme seiner Art der letzten Jahre.



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